Archiv März, 2016

Malakka

31. Maerz 2016     Position 2,11,20N   102,23,4 E

Zurück an Bord der Felice nach 2 Tagen in Malakka oder malaysisch Melaka.

Sightseeing bei diesen Temperaturen ist anstrengend und mächtig schweißtreibend. Sicher hatten wie durchweg 38 Grad , netterweise aber windig und so konnten wir es einigermaßen aushalten. Nun aber zurück zum Anfang …

Knuff hatte das Internet durchforstet und ein relativ nahe der Stadt gelegenes Hotel gefunden, die einen kostenlosen Shuttleservice mehrmals täglich anbieten und aussserdem noch einen Pool haben. Nach Preisvergleichen mit günstigen Hotels war es uns auch möglich das Holyday Inn zu buchen. Für 2 Nächte und 2 Personen incl. reichhaltigem , internationalem Frühstücksbuffet soll es 117 Euro kosten, das machen wir und zack gebucht.

Wir sind schon früh vor Ort und unser reserviertes Zimmer sei leider noch nicht fertig….ob wir was dagegen hätten, wenn sie uns eine Kategorie höher upgraden würden , denn dann könnten wir das Zimmer sofort beziehen. Das Grinsen verkneifen wir und klar, wenn es sein muss :-)

Nun wohnen wir für 2 Tage im 18. Stockwerk und haben einen grandiosen Rundumblick über Malakka.  und vor uns direkt die Malakkastrasse…dort draussen sind wir entlang gesegelt.

Wir verstauen unserer Siebensachen und schon sind wir auf Tour..was Frau hier wohl anziehen muss ? Im Hotel sehen wir reichlich Muslime, gut verhüllt ..hm…den Minirock und das Top werde ich mir wohl verkneifen und zwinge mich in einen langen Rock und ein richtiges T-Shirt mit Arm. ( fast nicht zum Aushalten :-) )

Malaysia liegt übrigens 200 km nördlich von Singapur und hat 370000 Einwohner und ist eine Küstenstadt auf einer Halbinsel gelegen im westlichen Teil von Malaysia.

Nach dieser Stadt ist auch die Malakkastrasse benannt worden. Malakka ist als Hafen uninteressant für die dicken Pötte, da hier ein zu niedriger Wasserstand ist.

Malakka hat reiche Vorkommen an Zinn und seit 2008 mit George Town zusammen,  wurde die Stadt zum Weltkulturerbe erklärt.

Besonders sehenswert hier die Altstadt, die noch aus der holländischen Kolonialzeit ist. Wir beginnen den Rundgang an der Christchurch und hier sehen wir Touristen ohne Ende, die sich in diese kitschigen Rikschas begeben und sich fahren lassen. Doch wofür haben wir denn die Füße bekommen und ausserdem soll man ja dabei auch viel intensiver sehen und erleben…sagt mein Mann :-)

Wir schleichen also an der Museumstrasse entlang und besichtigen ein muslimisches Museum, das maritime Museum, den Sultanspalast , den…..die….puh…da schwirrt einem ja der Kopf. Aber es ist alles sehr interessant, bis auf das maritime Museum , da hatten wir uns doch etwas mehr von erwartet.

Wir erfahren viel über die Kultur des Islam und auch über die drakonischen Strafen, die in Gemäldeform festgehalten worden sind.

Wer des Diebstahls erwischt wird zB und verurteilt wird, dem  fehlt schnell die rechte Hand und er hat dann nur noch die ” unreine ” Hand über, nicht so lecker !

Sollte er noch einmal erwischt werden, dann darf er auch seine ” unreine ” Hand abgeben und dann hat er wirklich ein Problem ….

Auspeitschen für kleinere Delikte oder die Hände in kochendes Öl tauchen oder steinigen, für die, die fremdgehen.

Da lebt es sich in unserer Kultur doch deutlich besser :-)

Mir ist es soooo heiß mit meiner gewählten Kluft, wie muss es den Frauen hier gehen, bei denen wirklich nur das Gesicht und die Hände rausschauen. Es laufen so viele Chinesen und Japaner mit ihren Schirmchen hier rum und sind leicht bekleidet…NEID…morgen geht es wieder in meine normalen Klamotten!

So viel Sightseeing macht durstig und wir rasten an dem River in einer urigen und gemütlichen Kneipe und lassen ein Tigerbierchen zischen, mit Blick auf die katholische Kirche.

Wir studieren die Pläne , wo geht es weiter , was ist noch hier auf dieser Seite sehenswert und entscheiden dann später, für diesen tag reicht es und wir gehen zurück ins Hotel und springen in den erfrischenden Pool.

AH…tut das gut !!!

Für morgen steht dann der Jonker Walk auf dem Programm, das chinesische Viertel mit dem Baba Nyomi Haus und noch vieles mehr ….

Das Bier ist alle und ich hab den Durchblick :-)

Am Abend bleiben wir im Hotel und essen dort eine grandiose Holzofenpizza, bereden noch dit und dat und spielen noch 3 Runden Billard.

Da bringe ich damals Knuff das Billard spielen bei und was macht er heute ? Mich abziehen und er findet das auch noch gut….das hab ich nun davon :-(. Wie sagt der Kölner ? Man muss auch gönne könne , dann tu ich dat mal :-)

Heute gehen wir zu Fuss bis zur Jonkerstrasse und folgen den bunten Ballons , die die Strasse kennzeichnen.

Shops und unzählige Chinesenlädchen reihen sich aneinander, alle untergebracht in den historischen Gemäuern.

Wir besichtigen den Cheng-Hoon-Teng- Tempel und beobachten überall Aktivitäten.

In den Läden gibt es unzählige Pappmotive zu kaufen, wir erfragen , was das auf sich hat.

Dort hinein schreibt man seine geheimen Wünsche und bringt diese dann unter Einhaltung einer besonderen Zeremonie zu seinem ” Gottestempel ” und dort werden die Pappwünsche verbrannt. Der Gestank zieht weit durch die Strassen und wird mit lauten Gongs untermalt.

Knuff äußert nun den Wunsch das Baba-Nyonya Haus besichtigen zu wollen.

Auf geht´s und wir finden es auch und nur 15 Minuten später wird eine einstündige Führung stattfinden.

Hier wird einem die Lebensweise einer reichen chinesischen Familie vermittelt.

Leider dürfen wir keine Fotos machen und die sind nun also mal nur in unseren Köpfen abgespeichert.

Da die letzte Generation noch lebt ,aber nicht in diesem Hause mehr , sondern 5 km entfernt, aber dennoch oft noch zum Beten herkommt,ist dieses Haus heilig.

Baba, seines Zeichens ein Chinese, heiratet damals eine Malaysierin, seine Nyonya und hatte so dauerhaftes Lebensrecht in Malaysia.

Die malaysischen Frauen sollen gut kochen können und so fühlte Baba sich gut versorgt. Allerdings schmeckte ihm ihr Essen anfangs nicht, war er doch die chinesische Kost gewohnt. So mischte sie chinesische Gewürze mit hinein und nach und nach schmeckte es ihm besser und schon war eine neue Küche endstanden, ein Mix aus beiden Kulturen. Hier leben verschiedene Kulturen zusammen und so ist die Küche hier auch vielfältig und gemischt.

Wir besichtigen und bewundern die luxuriöse und aufwändige und ebenso geniale Ausstattung des Hauses.

Jede Generation dieser reichen Familie hatte ein eigenes Haus, die aber nebeneinander lagen und von hinten zueinander zugänglich waren und das Haupthaus, in der die Küche ist, wurde so von allen genutzt.

Sobald alle oben in ihren Gemächern waren, die Haustüre verschlossen war, gab es noch eine geniale Art der Überwachung, ob Fremde Einlass wollen. In dem elterlichen Schlafgemach war ein Viereck aus dem Boden herrausgesägt worden , in der Größe etwa 20 mal 20 cm und befand sich über der Haustüre aussen. Sollte draussen also jemand anklopfen, brauchte niemand die Stiegen hinuter zu gehen, sondern öffnete die kleine Luke und spähte unerkannt hinunter. Allerdings gab es auch öfter Ärger damit, wenn nämlich das kleine Söhnchen des Haues dort sein Pippigeschäft runter machen wollte, weil er den Weg zur Toilette langweilig fand  :-)

Auch dieser Tag ging zu Ende, obwohl wir uns nach einem erfrischenden Bad im Pool noch einmal zu Fuß !! aufgemacht haben, um Malakka bei Dunkelheit zu erleben. Nun also sind wir zurück an Bord , ich sitze hier und  schreibe und stelle Fotos ein und hoffe, euch hat dieser kurze Über -und Einblick zu Malakka gefallen.

Morgen denken wir, erwarten wir Lisa und Thomas hier, die wohl mit gutem Wind hier herauf segeln konnten und dann geht es in die weitere Planung :-)

Mittlerweile sollten auch Gisela und Uwe von der verkauften Venus wieder zu Hause in Deutschland sein und ihnen wünschen wir einen guten Start in ihr neues, schiffsloses Leben , dafür aber nie mehr Ankerwache halten oder…..;-)

Malaysia ist erreicht !

26. Maerz 2016

Admiral Marina & Leisure Club oder einfach Port Dickson Marina Position 02,28,5374 N  101,50,7157 E

Der gestrige Segeltag war perfekt und noch mit guter Strömung mit uns und so lagen wir um kurz nach 15 Uhr sicher in der Marina.

Angemeldet hatten wir uns schon per email, aber es hat eh Platz genug, noch ist keine Saison.

Sofort mit den Papieren in das Office , wir wollen noch heute, wenn es geht ,einklarieren.

Doch ohne malaysisches Geld kein Taxi und somit kommen wir auch nicht zur 10 km entfernten Immigration.

Ein Staff des Office bietet sich an uns zu fahren und zu helfen und dann zum ATM Automat zu bringen. Das Geld für das Taxi könne er sich auch verdienen. Warum nicht, dann aber los, denn alle offiziellen Stellen schließen um 17 Uhr. Nix da mit Anlegerbierchen….das muss warten !

Nun sind wir einklariert und dürfen 90 Tage bleiben, das Boot wohl so lange es möchte :-). Alles easy und kostenfrei, so kann es auch gehen und so anders als der indonesische Papierkrieg, der nachgerechnet uns etwa 700 Euro gekostet hat !! Wir haben mit dem hiesigen  Marinastaff gewitzelt…im nächsten Leben werden wir Agent…..:-)

Heute morgen dann wollten wir in den Pool hüpfen, bei der unglaublichen Hitze hier sollte das die Erfrischung bringen….doch was ist das denn ???? Kleidervorschriften ? Ok, wir sind in einem muslimischen Land, aber es hat doch auch Touristen hier ….

So etwas haben wir ja noch nie erlebt…..ich war schon fast umgezogen als Knuff in die Umkleide ruft….kannste knicken….zieh dich wieder an …häää????

Na dann schaun wir mal, wie wir mich und wonit  in den Pool bekommen !

Heute und morgen ist Bootshow von Lagoon hier in der Marina und Thim von der Simpson Marina hatten wir schon kennengelernt und ihm zugesagt am Nachmittag zu erscheinen.

Wir besichtigen Lagoons von 39 Fuss bis 62 Fuss und ja, ein wenig neidisch kann man schon werden….was haben die sich verändert…der Broker besichtigt unser ” Baby ” , ist aber begeistert vom Pflegezustand und fragt direkt, ob wir sie hier verkaufen möchten, der Markt sei gut und taxiert sie auf einen guten Preis. Nein, noch nicht, wir sind ja mal gerade erst an unserem Ziel angekommen und haben noch viel vor uns und zu sehen und zu genießen, aber das Wissen UM ist schon mal nicht schlecht.

So wollen wir euch heute ein schönes und sonniges  Osterfest wünschen, leckeres Essen in Kreise der Familien und gerne geben wir euch ein paar Grade ab, hier ist definitiv zu heiß…Im Schiff sind es jetzt 37 Grad und wir fragen uns, wo die Abkühlung her kommen soll ( wenn ich schon SO nicht in den Pool darf :-( ) Wir werden über eine kleine Klimaanlage nachdenken müssen, da kann man kaum bei schlafen bei den Temperaturen. So heiß hatten wir es bisher noch an keinem Ort der Welt, nach bislang gesegelten 24200 Meilen seit unserer Abreise am 6. April 2010..dieser Tag jährt sich bald wieder ….

Allen , denen bislang keine persönliche Ostermail zugegangen ist, bitten wir um Gnade :-)…hier am Kartentisch zu sitzen ist fast Folter …und das aus meinem Munde :-)

Unterwegs an der malaysischen Kueste nach Port Dickson

24. Maerz 2016

3 Tage vorher muss man in der Marina Singapur den genauen Termin der Ausreise bestimmen und sogar die genaue Uhrzeit angeben,wann man am Checkpoint Sister Island erscheint , um dort von der Immigration den Ausreisestempel zu bekommen. So sind die auch ganz sicher , dass man Singapur verlaesst, denken wir.Nun denn, wir vereinbaren den 22. Maerz 2016 und die Uhrzeit bestimmen wir auf 11 Uhr AM am Checkpoint.

Wir wollen am Morgen noch zur Tankstelle fahren, dann die Hafengebuehren bezahlen und wissen,wir muessen uns danach konzentriert etwa 6 Meilen durch die Frachter faedeln. So stehen wir um 6 Uhr in der Fruehe auf, schluerfen unseren Kaffee und gehen noch einmal in den Pool und ziehen unsere Bahnen,so faengt ein Tag leicht erfrischt und wirklich gut an! Im Hafenbuero muessen wir uns vorlaeufig schon wieder von Lisa und Thomas verabschieden, die nun leicht genervt wirken, weil sie ihre Motorprobleme nicht wirklich geloest bekommen hier und mit nur einem Motor durch diese Frachter und Schlepper zu trieseln ist nicht der Hit.

Wir kommmen um halb 10 Uhr los und wirklich, das ist ja heftiger als die Sigapurstrasse zu queren.

Hier ist irgendwie ein ungeordneter Haufen von Tankern und Frachtern, viele vor Anker, viele in Fahrt und mancher meint urploetzlich vor uns Anker auf gehen zu muessen und natuerlich ,wohin auch sonst,in unsere Richtung zu fahren.

Fahren wir halt weiter zickzack und schon kommt ein Schlepper auf uns zu,weicht der nun aus oder wir,wat denn nu ? Achso,nur neugierig ist der und schleppert dicht an uns vorbei und hinterlaesst eine wahrliche huebsche Welle ( grrrr ).

Das scheint denen Spass zu machen in ihrem vielleicht manchmal tristen Alltag,kleine Segelschiffchen zu aergern,aber aetsch,wir lassen uns ab sofort nicht mehr aergern und winken ihnen froehlich zu,ha, denen haben wirs aber gegeben ( grins ).

Eine viertel Stunde vorher rufen wir auf Kanal 74 den Checkpoint an und informieren sie ueber unsere Ankunft, sie antworten und sagen,sie bleiben stand by und warten auf uns.Wir machen eine Punktlandung ,genau um 11 Uhr AM stehen wir neben ihnen,reichen unsere Papiere wieder in den Kescher und schon nach wenigen Minuten duerfen wir fahren,winke winke Singapur,es war diese Reise wert !!Typisch deutsch, werden die gedacht haben,aber es passte halt auf die Minute !

Nun schlaengeln wir uns suedlich um Singapur herum,fahren um unzahlige Schiffe herum und mittendurch und es ist keine eine Minute langweilig.

Noch ein letztes Mal queren wir nun die Schiffe, die von der Malakkastrasse kommen und dann koennen wir auf Kurs gehen , hoch und entlang der malaysischen Kueste zu unserem ersten Ankerplatz auf Position 01,18,8304 N und 103,26,631 O.

Wir schaffen heute nur 34 Meilen und sind erst kurz vor der Dunkelheit da.Als wir in den Kanal hinein fahren, haben wir oft nur noch 0,5m Wasser unter den Kielen, recht wenig,gut dass wir den Kat haben. Der Wetterbericht hatte von fast Flaute gesprochen und Fakt waren weitesgehend 20 Knoten auf der Nase.Auch hier scheint es sehr schwer zu sein, das Wetter zu bestimmen.Ausserdem hatten wir immer gut 2 Knoten Strom gegenan und eine miese Welle, leicht frustrierend, wenn man nicht vorwaerts kommt. Dort war es ruhig und gut zum Schlafen,am naechsten Morgen dann schon vor 7 Uhr wieder Anker auf,denn am gestrigen Tag mussten wir 55 Meilen zur Position 01,50,9303N und 102,44,7782 O. Gestern hat alles gepasst,wenig Welle,guter Wind und Stroemung mit uns und Geschwindigkeit lag oft bei 7 Knoten,geht doch! Heute geht es weiter nach Pulau Besar,einem vorgelagerten Inselchen vor Malakka,etwa 30 Meilen weiter. Wir kommen gut voran und dann sollten wir morgen nachmittag Port Dickson erreichen,eine ruhige und gepflegte Marina mit Pool,

gutem Restaurant und dort gibt es vielleicht ein Ostermenue??

Dort bleiben wir ein bisschen und hoffen ,dass uns in Baelde die Nes Pucks folgen koennen und wir fangen derweil an ,Malaysia bei Traumtemperaturen zu geniessen….Osterwetter halt !

Singapur bei Tag,per Bus und bei Nacht

21. Maerz 2016

Der Tag beginnt erst mit einigen Runden im Pool ( herrlich ) , dann unter die Luxusduschen und anschließend ein gutes Frühstück, so gut, wie schon lange nicht mehr.

Denn hier gibt es fast alles , wonach es unsere Gaumen gelüstet.

Vorgestern Abend gab es bei uns an Bord Schweinefilet :-), an Gemüse, Kartoffeln und Pfeffersoße, zum Nachtisch eine kleine Käseauswahl mit Tessiner Senf und sogar ein Gläschen Rotwein !!

Haben sich die Strapazen ja doch gelohnt ! Von hier fähr stündlich ein Shuttlebus ( frei ) zur MRT Station und von dort geht es in alle Richtungen von Singapur. Der Plan ist schnell durchschaut und alle 3 Minuten kommt eine Bahn.

Welch eine Disziplin hier ! Es gibt kein Drängeln und schubsen, kein lautes Wort und keinen Müll !

Vor der Bahn stellt man sich brav hinter die rote Linie und lässt in der Mitte die Leute aussteigen und dann geht es geordnet hinein.

Keine Getränke, kein Essen,Mitnahme von Gasflaschen 5000 SGDollar Strafe, alles andere schnell 1000 Dollar.

Wir sehen hier so viele Handys wie noch nie….sie steigen mit handy in der Hand, ohne auch nur den Blick davon abzuwenden, ein und surfen und spielen auf den Dingern ohne Unterlass. Was die wohl früher gemacht haben ?

Unser Weg führt uns heute zur Haltestelle Chinatown und von dort zur Busstation des Hop on Hop off Bus,der uns Singapur per zeigen soll.

Die Haltestelle zu finden erfordert Sherlock Holmes Fähigkeiten, die keiner von uns besitzt und so machen wir ein paar extra Fußmeilen :-(

Irgendwann ist auch diese Hürde überstanden und wir setzen uns oben auf das luftige Deck, es sind immerhin stetige 34 Grad hier und lassen per Kopfhörer die Stadt erklären.

Ich könnte ja hier noch ein paar Romane dazu schreiben, aber das lasse ich und habe statt dessen 4 Galerien fertig bearbeitet und die sollten euch einen guten Eindruck von Singapur vermitteln! Einige hundert Fotos sind bestimmt schon zusammen gekommen und jedes habe ich nun gesichtet und die interessantesten denke ich ausgewählt…hatte ich schon erwähnt, dass es IM Schiff 35 Grad sind ??

Dann wollen wir mal den Busplan studieren und gucken, an welchen Punkten wir aussteigen und später wieder einsteigen.

Wir sitzen prima udn machen die komplette Runde ohne einen Ausstieg :-)…Mann und Frau muss sich ja erstmal orientieren .

Jetzt aber, Runde 2, Lisa gelüstet es nach der Orchard Road, die Shoppingmeile hier.

Wir waren zwar schon da, aber alles kann man ja eh nie sehen, also los. Kaum ausgestiegen gibt es einen gewaltigen Regenguss und wir flüchten in eine mickrige Mall mit günstigen Bierlockangeboten….ansonsten ist Alkohol trinken ausserhalb fast für uns alle unerschwinglich.

Wir landen in einer amerikanischen Bar und werden nett von einer Westerndame bedient und anschließend fotografiert :-)

Draußen hat der Regen nun aufgehört und wir verlassen diese Mall…

wie wir feststellen, sind wir Frauen hier Störelemente…sind wir doch aus Versehen irgendwie auf der Rotlichtetage gelandet :-)

Knuff und Thomas kann man die Augen schon abschlagen und wir zerren die beiden hinter uns her…raus hier !!

So vielfältig ist Singapur, man muss es einfach selbst erleben.

Irgendwie ist es toll, dass wir unser Zuhause dabei haben und nach einem anstrengendem Sightseeing Tag in unsere Felice gehen können, dort die Ruhe wieder finden und gut schlafen können.

Diese Marina ist leider gebeutelt durch die vielen Arbeitsboote,die hier ohne Rücksichtnahme mit Vollgas an der Pier anlegen und Crews tauschen und eine beachtliche Welle machen.

Wir haben Glück und bekamen den Tipp von Andrea ( Sy-Akka ) ,möglichst einen Platz im Inneren zu buchen , dort würde es nicht so schaukeln…Recht hat sie und genau solch einen Platz haben wir :-)

Der nächste Aussteigepunkt von Interesse ist der Sultanspalast und das arabische Viertel.

Wir dürfen den Palast besichtigen , müssen uns verkleiden und bekommen einiges über den Islam zu hören und zu lesen.

Wir sehen aber auch Gläubige , die sich hinter eine Säule verstecken und statt beten , am Handy spielen…

Hier halten wir uns lange auf, Lisa geht noch hier zum Friseur, weil sie dem Charme des Friseurs nicht widerstehen konnte :-) und spendiert uns für die Wartezeit ein Bierchen :-)…was auch schon wieder zischt !

Der letzte Aussteigepunkt soll nun Little India sein, wo wir auch zu Abend essen wollen.

Es war Sonntag und die indische Bevölkerung heute arbeitsfrei und hunderte oder noch viel mehr Männer tummeln sich in Gruppen auf den Strassen, reden,essen und gehen in den Tempel.

Eine unglaublicher Kontrast…eben noch im Luxus auf der Orchard Road, dann im arabischen Viertel und nun fühlen wir uns wie in Indien, nur viel sauberer alles!

Das Essen im Dehli Restaurant geben wir als Tipp raus, große Auswahl und super lecker und günstig !

Nun wollen wir zu später Stunde noch einmal aud den Bus aufspringen und Singapur bei Nacht erleben, nämlich zur berühmten Skyline von Singapur fahren , mit Blick auf die beleuchteten Wolkenkratzer.

Wir irren ein wenig umher, fragen hier und dort und finden die Busstation nicht…dann eben nicht, es geht ja auch mit der MRT.

Marina Bay Station ist wieder unser Aussteigepunkt und der Anblick bei Nacht mit Vollmond , der sich uns jetzt bietet, ist einfach nur umwerfend !!

Dazu haben wir Glück und in wenigen Minuten wird eine Lasershow stattfinden und wir dabei ….coooooool!!

Vor lauter Aufregung habe ich vergessen, die Kamera auf Nacht einzustellen….schade …

es war auf jeden Fall ein ganz besonderes Erlebnis!

Es wurde ein Sprühnebel produziert und darauf ein Video gezaubert mit entsprechender Musikuntermalung…

Gänsehautfeeling :-)

Spät waren wir erst an Bord, erledigen heute noch ein paar wichtige Dinge, wie tanken, Gasflasche füllen lassen, Supermarkt , die Abfahrt für morgen früh klarmachen und gleich auf einen Kaffee noch zum Raffles Hotel fahren…da soll es sooooo leckere Kekse zum Kaffee geben :-). Allerdings müssen wir uns fein machen, sonst wird man uns nicht reinlassen . Dann mal los und ihr macht einen virtuellen Gang durch Singapur via unserer Bildergalerie…

Morgen geht es zurück zum Checkpoint Sister Island, ausklarieren aus Singapur und dann schippern wir die Strasse von Malaka entlang hoch bis nach Port Dickson, unserem Einklarierungspunkt für Malaysia. Ein paar Tage werden wir dann wieder Internetlos sein, weil wir sicher einige Tage unterwegs sein werden, aber in Tagesetappen :-)

Hier gibt es noch 2 Videos der Lasershow

lasershow-singapur-2

und noch eines

lasershow-singapur

Von Nongsa Point nach Singapur

18. März 2016

Viele Diskussionen und Emailverkehr zwischen Maumere , unserem Einklarierungsort und Ruth, unserer Agentin in Bali gingen hin und her :-(.

Die Marina in Nongsa Point hat sich vorbildlich gekümmert,was wir hier an dieser Stelle nicht von unserer Agentin sagen können.

Ihr war schon klar, als wir in Bali ankamen, dass die Papiere nicht vollständig waren und sie die klare Anweisung von uns hatte, dies in Ordnung zu bringen, Zeit dafür war genug, denn wir weilten ja zwischendurch 8 Wochen in Deutschland! Ausserdem hat sie reichlich Geld für ihre Tätigkeiten berechnet!

Wir haben in Maumere so viele Unterschriften geleistet und dies alles in indonesischer Sprache, dass wir nur davon ausgehen konnten, das dies auch alles so richtig ist! Wofür nimmt man denn einen Agenten , fragt man sich da ? Die Aufregung, die dadurch entsteht , die Lauferei und Kümmerei und gerade in solch einem Land weiß man nicht ob der Konsequenzen…da wird man sauer und ärgerlich! Dann in unserer Abwesenheit sind ihre Staffs auf und IN unsere Felice, haben sich unerlaubt den Schlüssel aus dem Office geholt ( Ruth wusste davon nichts ? ) und Fotoshooting mit Mädels gemacht. Angeblich wurde in der Zeit das Schiff gesäubert ( wir hatten das in Auftrag gegeben und nichts ist geschehen) und nur von aussen betreten. Fakt ist, dass, als wir wieder aus Deutschland zurück kamen, das Schiff saudreckig war,und  die Lüfter IM Schiff liefen. Freunde von uns hatten diese Szenerie beobachtet und Fotos davon gemacht und dennoch leugnet sie und deren Staffs alles und behauptet obenauf noch, wir hätten sowohl die Fenster auf gelassen und auch die Lüfter sicher angelassen….soviel dazu und nun kann sich jeder selbst eine Meinung davon bilden….

Wir haben nun am Folgetag die nötigen Unterlagen von Maumere direkt an Nongsa Point gesandt bekommen und unserer Abreise aus Indonesien stand nichts mehr im Wege. Ausgelassen haben wir den letzten Indonesientag mit Lisa und Thomas verbracht und zum Abschluss sind Lisa und ich irgendwie mit Klamotten im Pool gelandet :-)

Am nächsten Morgen stand die Überquerung der Singapurstrait an…Adrenalin pur ! Wir haben 1260 AIS Signale um uns herum gerechnet bekommen und irgendwo dazwischen musste sich eine akzepteble Lücke auftun!

Die ersten 10 Meilen durften wir noch entlang der Strasse segeln , wurden aber stetig überholt von Fähren mit Speed um die 25 Knoten. Da wir nun ein aktives AIS besitzen, sehen uns alle und machen auch brav einen Bogen um uns herum, obwohl manche auch meinten, mal kräftig hupen zu müssen, getreu dem Motto, hey ihr Blödies, ihr segelt da auf unserer Route rum. Nee wat ein Stress…hätte ich doch vorher Baldrian eingeworfen :-)

Unsere Absprache war, hinter diesen beiden Dicken bietet sich eine Lücke und dann wollen wir rüber. Na dann wollen wir mal…

Erst muss man eine Seite queren und dann halt auf den Gegenverkehr achten, aber alles ging gut, logo, sonst würde ich ja jetzt nicht schreiben :-). Kapitano hat seinen Job gut gemacht, obwohl ich unten wieder wie ein Eichhörnchen rumgesprungen bin….

Mein Job ist unten die Signale zu beobachten, den Kurs zu setzen und die Geschwindigkeiten der anderen zu unserer Felice zu berechnen und wann es ” knallen ” könnte.

Dieses Foto zeigt die Sicht mitten drin und wir sehen die Pötte von hinten :-) Kurs eben um 90 Grad geändert.

Manche fahren durchaus 17 Knoten und wir kaspern da mit 6 Knoten rum…

Wir haben unseren Plan geändert und fahren jetzt direkt nach Singapur und klarieren dort auch ein.

Eigentlich wollten wir ja zur Puterie Marina / Malaysia und von dort Singapur mit Hotelaufenthalt erleben, aber nun machen wir das volle Programm :-). Das, was wir an Hotelkosten sparen, können wir auch in Sightseeing umsetzen , oder ?

Hier gibt es einen Einklarierungspunkt mitten zwischen den Pötten, man habe seine Papiere ordnungsgemäß fertig und ausgefüllt, rufe dann via VHF Kanal 74 die Singapur Immigratin an und dann kommt ein graues Polizeiboot längsseits und hält einen Kescher aus und in den haben wir unsere Papiere und Pässe zu legen

Es funktioniert reibungslos und 15 Minuten später haben wir die Stempel und dürfen 14 Tage in Singapur bleiben.

Das sollte reichen und  muss reichen, denn die Singdollars fliegen hier nur so weg :-)

Woher wir das alles wissen ? Internet ist heutzutage alles und man muss sich immer vorher informieren, über das Ziel und über das Wie !

Nach dieser Zeremonie ging es noch 6 aufregende Meilen weiter zum Republic of Yachtclub Singapur , wo ankernde und fahrende Frachter uns noch aufregende Stunden bereitet haben. Endlich dann, ein Platz im Inneren des Hafens, hier ein guter Tipp von Andrea von der Akka,die Leinen fest, die Computer und den Plotter runterfahren, die Nerven beruhigen und ja, wir sind in Singapur angekommen, einer der aufregendensten Städte unserer Reise. Keine Nachtfahrt mehr vor uns, diese schwierige Passage geschafft zu haben, Grund endlich zur Ruhe zu kommen und uns was zu gönnen !!

Wir haben hier einen Pool, den wir zum morgendlichen Wachwerden nutzen,danach ausgiebiges Frühstück …jetzt mit Käseauswahl :-) und dann ein straffes sightseeing Programm.

Von dieser Marina geht ein Shuttlebus for free zur nächsten MRT Station und von dort kommt man problemlos zu allen Plätzen von Interesse von Singapur.

Dies haben wir nun auch schon ausgiebig genutzt und Fotos geschossen, waren auf dem berühmten Hotel Marina Bay auf dem 57 Stockwerk, dort den obligaten Cocktail getrunken und…..:-) ..doch davon berichten wir ein anderes Mal ! Internet haben wir erst seit gestern und so hinkt die Homepage mal hinterher, macht aber nix oder ? Gestern ist auch die Nes-Puck hier eingelaufen und so werden wir die weiteren Tage Singapur gemeinsam unsicher machen! Fest steht jetzt schon..Singapur muss man gesehen haben! Hier kommen unsere Fahrräder auch wieder zur Geltung und wir radeln auch durch Singapur :-).

Mehr und viei mehr Fotos demnächst in der Bildergalerie, aber das wird noch ein wenig dauern :-)

Dieses Foto von uns beiden , hoch oben über Singapur auf dem Dach des berühmten Hotels !

Nongsa Point Marina

13. Maerz 2016   Position 01,12,204 N      104,05,757E

Es ist schön mal in einer Marina zu sein, zumal diese hier besonders nett ist ! Sie liegt inmitten eines Hotelkomplexes und als Marinagäste  dürfen wir alles mitbenutzen, Pool, Duschen,Restaurant und Happy Hour Bar :-)

Auf der Fahrt her haben wir schon mal einen Vorgeschmack auf die Singapurstrasse bekommen.

Der Plotter zeigt soviele Dreiecke ( alles Frachter, Tanker oder Fähren ), einige davon auch mit Punkt markiert vor Anker.

Noch konnten wir an der Strasse entlang fahren und uns so in die Marina hangeln.

Nun genießen wir die Annehmlichkeiten…wollten am ersten Abend lecker essen gehen, wurden aber von der Qualität enttäuscht leider. Dafür gibt es an der Bar endlich mal wieder gute Getränke zu bezahlbaren Preisen. Allgemein ist das Preisniveau deutlich höher als bisher gewohnt von Indonesien, aber immer noch alles im grünen Bereich :-)

Wir zahlen für unseren Kat rund 40 Euro die Nacht, Wasser und Elektrizität ist excl.

Lisa und Thomas sind unsere direkten Stegnachbarn und wir können einen Tratsch über den ” Zaun” halten ;-)

Nun wollen wir hier ausklarieren und siehe da, unsere Papiere sind nicht in Ordnung….da sind wir aber mal schwer gespannt, wie das ausgeht!!!

Eigentlich hatten wir doch einen Agenten und dann sollte doch alles in Ordnung sein….lassen wir uns überraschen !

Aequatoruebertritt und Sonnenfinsternis

9. Maerz 2016

Gestern gegen 13 Uhr hat es ploetzlich unter unserer Felice gerumpelt 00,00,000 S ( N )und 104,49,444 E und unsere Geschwindigkeit erhoehte sich,was war das ? Ein Blick auf die Koordinaten auf dem Plotter zeigten, wir hatten gerade den Aequator uebersegelt und klar rumpelt es dann ( grins ). Ausserdem faehrt man ja dann hinten wieder runter, also geht die Geschwindigkeit auch hoch ( oder ? )Nun sind wir also wieder auf der Nordhalbkugel angekommen, eure und unsere alte Seite und segeln nun ausserdem im suedchinesischen Meer rum.

Noe, kaelter ist es nicht geworden und sonst scheint auch alles beim Alten auf dieser Seite zu sein. Seit Wochen wissen wir , dass am 9. Maerz eine Sonnenfinsternis stattfindet , die man hier von unserer Position perfekt betrachten kann, noch besser waere Belitung gewesen,denn dort ist die Sonnenfinsternis zu 100 Prozent zu sehen und so werden dort auch heute Touristen aus weiten Teilen der Welt anreisen,so die Aussage der Einheimischen.

Sogar der Praesident will kommen und so wurde seit Wochen dort schon geraeumt, geputzt und vor allem Abfall beseitigt!

Wir sassen nun heute frueh bei unserer Tasse Kaffee draussen, Uhrzeit etwa 7 Uhr 15 LT und das Licht wurde immer merkwuerdiger,fast als wuerde es gleich ein Unwetter geben.

Unser IPad und die Sternenapp hatte die Finsternis erst fuer den Mittag errechnet und so haetten wir das doch beinahe verpasst. Zum Glueck haben Lisa und Thomas das gesehen und rueber gefunkt und so durften wir das live erleben. Das Licht veraenderte sich so sehr, fast unheimlich und die Temperaturen gingen merklich runter.

Sobald sich eine duenne Wolkenschicht davor schob, konnte man alles perfekt bestaunen. Schon toll, was die Natur uns bietet!

Wir haben nun noch 2 Tagesetappen bis Nongsa Point vor uns und werden am Freitag dort ankommen.Wir werden versuchen die Ausklarierungsprozedur noch anzuleiern und hoffen, dass unsere Papiere alle in Ordnung sind.Von dort aus kann man nach Singapur gucken und das wird auch unser naechstes Landziel sein, Sightseeing in Singapur. Vorher muessen wir noch die Singapurstrait ueberqueren,wo wohl so viele Frachter rumfahren und oder ankern, dass der Plotter mit den unzaehligen AIS Signalen mit dem Rechnen wohl kaum nachkommt.

Na das wird noch ein wenig aufregend und dann puetschern wir zur Puteri Marina, klarieren dort fuer Malaysia ein und wollen dann per Bus nach Singapur und dort 3 Tage bleiben, so der Plan.

Die letzte Nachtfahrt dieser Reise…

7. Maerz 2016 Position 00,18,537 S 104,58,929 E south lingga und 1030 sm ab Bali

…Liegt nun hinter uns, endlich ! Wie sehr habe ich mich auf diesen Moment gefreut! Warum eigentlich, fragt ihr euch zu Hause ? So erzaehle ich euch mal von einer ganz normalen Fahrt und einer Nachtfahrt und ihren Vorbreitungen !

Ab hier Achtung,es wird langweilig und wahrscheinlich viel zu lang,nix besonders,wers nicht liest, hat nix verpasst !

Bevor wir starten,Kontrolle, sind alle Wegpunkte gesetzt, funktioniert auch alles, von den Motoren bis zum AIS oder Radar etc. Nun denn auf gehts und wir koennen Anker auf gehen. Die Ankerwinsch funktioniert uebrigens wieder wie ein Gloeckchen nach der Reparatur in PNG. Wir sind momentan in der Monsunzeit unterwegs, was das so genau heisst, erfahren wir eigentlich erst jetzt so ganz genau. Wir sichten taeglich den Wetterbericht und sehen keinen Ostwind mehr, der uns die ganzen Jahre von hinten geschubst hat. Hier ist jetzt die vorherrschende Windrichtung aus West und Nord und mit ganz viel Glueck ein bisschen Ostkomponente. Also leider genau aus der Richtung, in die wir seit Bali muessen und auch die Stroemung setzt in dieser Zeit stetig von Nord nach Sued und manchmal mit fiesen 2 bis 3 Knoten, immer aber mit mindestens 1,5 Knoten.In der normalen Segelsaison, April bis Oktober etwa, setzt der Strom von Sued nach Nord und hilft dann auch noch beim Meilenfressen.Ausserdem blaest nun auch der Wind bestaendig, von wegen Flaute in Aequatornaehe, aber nicht hier und nicht jetzt ! Der Segeltag verlaeuft normal,stetige Kontrolle, was da draussen alles so schwimmt,von kleinen Fischerbooten bis zu den Schleppern mit ihren Barken und ab und an auch mal Holzstaemme und viele viele Fischfanggestelle, die einfach herrenlos und des nachts gemeinerweise unbeleuchtet umhertreiben. Ist schon was anderes hier, als auf dem Atlantik und Pazifik, wo man manchmal tagelang nichts und niemanden sieht. Nun wird es langsam Abend an Bord,das Essen wird vorbereitet,( ein paar armselige Reste hat der Kuehlschrank ja noch ) die Angel eingeholt ( wieder nichts angebissen! Wenn hier was beisst, dann sind es Floehe grrr )und um 18 Uhr wird mit der Nes Puck gefunkt.

nur mal eben ein Brot bereiten und schon ist Chaos im Schiff

nur mal eben ein Brot bereiten und schon ist Chaos im Schiff

Auch dort zum Glueck alles ok, bis auf die normalen und unnormalen Ausfaelle von was auch immer ! Nach dem Essen wird gespuelt, damit in der Nacht nichts klappert oder umherfliegen kann. Dann richten wir das Nachtlager her,dazu demontieren wir den Salontisch, tauschen die langen gegen kurze Tischbeine aus und legen auf den Tisch 2 ovale Kissen, die nun genau dem Tischprofil entsprechen. Darauf schichten wir Decke und Betttuch und Kuschelkissen und schon ist eine grosse Schlafstaette fertig. Praktisch deshalb, man kann im Liegen den Plotter und Laptop beobachten und von dieser Position ist auch ein Rundumblick moeglich, wenn man mal nicht unbedingt raus moechte.Kaum beschaeftigen wir uns mit diesen Taetigkeiten, schrillt ploetzlich ein Alarm von draussen,der Autopilot ist ausgestiegen, na toll, ein Winddreher,fast unbemerkt ist das Grosssegel ( immer festgezurrt! ) umgeschlagen und wir fahren ganz woanders hin. Schnell die Motoren starten, sonst bekommen wir das Schiff nicht rum.Der rechte Motor springt nicht an,gut dass wir einen Notstartknopf haben,ups ,der andere springt auch nicht an,nur mit Hilfe eines Schraubendrehers muss der Keilriemen angedrueckt werden und dann gehts.Steht alles ganz oben auf der To-do Liste, doch bei den huepfenden und springenden Ankerplatzbedingungen waren solche Reparaturen bislang nicht gut moeglich gewesen. Marina, wir koooohommen!! Jetzt in der Dunkelheit sehen wir es blitzen, aber hoeren kein grollen,dann wird es weit genug weg sein. Mit etwas Glueck wird gegen 2 Uhr in der Nacht der Mond aufgehen und es gibt etwas mehr Sicht.Wenn der Himmel frei von Wolken ist, bietet sich uns nun ein grandioser Sternenhimmel, den es so wohl nur am Aequator zu sehen gibt.Wir stellen nun den Radar ein, sollte jemand in unseren Dunstkreis ab 5 Meilen kommen, dann gibt es Alarm, ausser es ist nur ein Fischerboot komplett aus Holz, der wird nicht gesehen und wenn er kein Licht anmacht ,dann lebt er gefaehrlich. Das AIS ist auch ruhig und wuerde uns ebenfalls mit Alarm warnen, wenn uns ein Frachter in die Quere kommen sollte, derer es reichlich hier gibt ,logische Konsequenz aus der Naehe zu Singapur.Jetzt in der totalen Dunkelheit sehen wir doch relativ viele Lichter und wir muessen entscheiden, ob wir durch die Fischerboote durchfahren oder wieder den Kurs aendern und auf Nummer sicher gehen, man weiss ja nie, ob die Netze hinter sich herschleppen.Jetzt legt der Wind noch ein Schueppchen obenauf und wir entscheiden uns, die Genua zu reffen,spaeter dann werden wir sie ganz einholen, weil der Wind noch mehr auf West, bzw auf unsere Nase gedreht hat.Es ist nun Mitternacht und normale Menschen schlummern jetzt in ihren Bettchen und traeumen. Irgendwann kehrt auch auf der Felice Ruhe ein und ich versuche unten in eine Koje zu gehen um zu schlafen und Knuff legt sich im Salon hin und verbringt die Nacht mit der Eieruhr im Arm, die alle halbe Stunde bimmelt und ihn an seine Aufgaben erinnert. Kaum dass ich mich hingelegt habe, fangen die Bisse an elendig an zu jucken und schon bin ich wieder auf den Beinen, bereite mir kuehlende Tuecher, die ich um die Beine lege und hoffe auf Linderung.Ein Blick auf die Uhr , halb eins,noch 6 Stunden dann wird es wieder hell.Draussen ist es zum Glueck ruhiger geworden, obwohl die Geraeuschkulisse bei einem Am Wind Kurs an Bord eines Kat schon beachtlich ist und Ohrstoepsel waeren gar nicht so verkehrt.Irgendwann spaeter schlummere ich dann doch mal ein und irgendwann graut auch der Morgen oder es graut dem Morgen ???? Ein neuer Segeltag beginnt und heute eben das Besondere, die naechste Nacht koennen auch wir wieder in unseren Bettchen schlummern und brauchen NIE wieder nachts uns draussen um Frachter oder Fischerboote kuemmern…ja ist das denn nicht herrlich? Morgen ziehen wir gemeinsam mit Lisa und Thomas weiter, nur schlappe 30 Meilen weiter, aber wir werden den Aequator ueberqueren und kommen wieder zurueck auf die Nordhalbkugel und haben keinen Sekt an Bord ( schluchz )

Der Tüpfelkuskus…

2. März 2016

…ist ein Kletterbeutler und ist eher ein schwerfällig gebautes Tier :-)…und soll auch hier in Indonesien vorkommen. Tatsächlich wurde er hier gesichtet und mehrfach abgelichtet und so wollen wir euch dieses seltene Tierchen nicht vorenthalten …..

…da all diese Tüpfelchen doch mehr Ärger als Freude bereitet haben und auch das Seelchen dieses behäbigen Tierchens leichten Schaden genommen hat, wurde die Weiterfahrt wieder nach hinten verschoben.

Allerdings sind wir vor 3 Tagen gemeinsam und willens mit der Nespuck gestartet und fanden draussen unwirtliche Bedingungen vor. Eine Strömung , die uns mit 2 Knoten im Schnitt entgegen strömte, der Wind voll auf die Nase mit guten 20 Knoten und beide Motoren liefen schon mit 2500 Umdrehungen und trotzdem zeigte die Geschwindigkeit kaum mal mehr als 2 Knoten an :-( . Dazu die Windwelle, die uns auf und ab schlagen ließ…macht das Spaß oder gar Sinn ?

So  haben wir beschlossen umzukehren und wieder auf den Ankerplatz  vor Belitong zu fahren. Noch haben wir ja ein bisschen Luft mit dem Visa und aus unserer Sicht war es auch eine gute Entscheidung!! Wir hatten mit Lisa und Thomas gefunkt und ihnen unsere Entschluss mitgeteilt, doch  die beiden wollten es dennoch versuchen. Allerdings mit einem anderen Kurs, also zickzackkurs, um segeln zu können, aber durch die Abdrift wird man nur schwer Höhe gewinnen können und eine Ankunft verschiebt sich elend nach hinten.

Seit Tagen ist das das Bild, was wir sehen. Dazu viel Wind und Regen und hätten wir nicht unseren Katamaran, dann ginge es uns elendig durch den Schwell, der hier in die Bucht läuft.

Wir nutzen die Zeit um kleine Reparaturen durchzuführen und um den Wassermacher laufen zu lassen, Strom haben wir reichlich durch den Wind!

Gestern sind wir dann mit Ervan noch einmal in die Stadt gefahren und dort in die Klinik.

Die Ärztin ( Konsultation von 20 Minuten hat 3 Euro gekostet ) glaubt nicht an Sandflöhe, sicher aber an irgendwelche andere Tierchen und hätte so etwas hier auch schon gesehen. Letztendlich ist es auch egal, was es war, Hauptsache es wird besser und ich muss mir keine Sorgen mehr machen. Die Entzündungen sind raus und viele der Wunden sind schon verschlossen…ein Runde neues Antibiotikum ist aber unabdingbar. Mit dem Wissen werden wir dann morgen früh erneut starten und versuchen die Nespuck wieder einzuholen. Sie liegen seit gestern Abend sicher in einer Bucht, etwa 115 Meilen von hier entfernt und haben durch das Kreuzen fast 3 mal so viele Meilen gesegelt…

Diese Wetterdaten von Zygrib laden wir uns morgens und abends aus dem Netz und sehen, dass sich das schlechte Wetter langsam verzieht.

Pünktlich hier dann auch zum großen Ereignis , der Sonnenfinsternis am 9. März, wo sogar der Präsident herkommt und dementsprechend wird hier auch der Strand gefegt :-)

WICHTIG !! Unser Account bei sailmail wird in Kürze beendet und dann wird es unsere Funkadresse nicht mehr geben und vielleicht auch keine Positionsmeldungen dadurch. Wir haben uns dazu entschlossen, da wir hier in Asien weitesgehend sehr gut mit Internet versorgt sein werden und die großen Strecken ja der Vergangenheit angehören. Also hier die Bitte an alle und die , die uns immer auf sailmail schreiben, es werden in Zukunft nur die bekannten emailadressen funktionieren und keine Antworten über Funk mehr erfolgen. ( ausser denen, die noch anstehen :-) ) Vielen Dank für euer Verständnis :-X

Gerade kam dieser Fischer an uns vorbei geradelt…ja richtig gelesen ….geradelt…die haben etwas installiert, sodass sie wie auf einem Fahrrad trampeln können und haben dadurch beide Hände frei zum Netz auswerfen…pfiffig !

Naja und Neugierde ist auch noch dabei, was die Langnasen da auf ihrem Kahn so treiben :-)

Ansonsten…was gibt es neues auf der Felice ? Die Vorräte sind sowas von verbraucht…wir haben schon vergessen wie Fleisch schmeckt oder ein leckeres Glas Wein oder Käse oder Schinken oder…so freuen wir uns auf Nongsa Point, wo wir zum einen Ausklarieren aus Indonesien und zum anderen ist dort eine Marina mit Annehmlichkeiten und laut Gisela soll es in der Nähe einen Carrefour geben…aber da müssen wir uns noch etwas gedulden. Nun zum Abschluss noch einmal meinen herzlichen Dank an Didier von der Hana Iti, der wirklich jeden Tag , zum Teil mehrmals, mich ärztlich betreut hat !! Einen ganz lieben und herzlichen Gruß nach Brisbane an euch beide und wir wünschen euch viel Glück !!!