8. Februar 2016

 Dort wo die Orang Utangs leben und die wir unbedingt sehen moechten! Insgesamt liegen 165 Meilen vor uns Gestern sind wir von Bawean ( gesprochen wir Bauern nur ohne r )Sued die 20 Meilen um die Insel rum gesegelt zur Nordspitze, da wir von dort den besseren Winkel zu diesem Toern haben und ausserdem die 20 Meilen gespart haben, die uns am Ende wieder fehlen koennten. Nach der Tankaktion sind wir vier doch noch an Land und das erwies sich als echtes nettes Erlebnis.

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

Eigentlich wollten wir nur eine ATM Maschine finden, also einen Geldautomat und dann wieder zurueckschlendern.

 

 

 

 

 

 Doch schon nach wenigen Schritten spuerten wir,dass hier wohl nie Touristen hinkommen, zumindest nicht solche Langnasen wie wir.

Sie grinsen uns alle an und wollen an jeder Ecke Fotos mit uns erstellen.Kleine Kinder werden uns in den Arm gedrueckt, Fotos geschossen und gekichert.

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

Manche trauen sich was und beruehren uns und rennen schnell weg und erzaehlen schnell zu Hause von dem Wahnsinnserlebnis ,eine Langnase angefasst zu haben.

 

 

 

 

 

 

 

Auf unserem immer laenger werdenden Weg durchs Dorf begegnen wir einer Dame in rot, verhuellt bis auf das freie Gesicht und sie zieht uns in ihren Bann.

 Ob wir wohl mit zu ihren Schuelern kommen, ob wir Hunger haetten, ob wir muede seien, gibt uns Wasser zu trinken und laesst ihr Moped stehen und geht nun mit uns gemeinsam weiter.

 

 

 

 

 

 

 

Hocherhobenen Hauptes , telefonierend und wir hoeren Wortfetzen wie Tourist und Germany.

Jetzt fragen wir doch mal, was denn nun an uns so komisch sei, dass hier alle lachen und sie tippt allen Ernstes auf ihre Nase und zum Vergleich auf unsere Nasen.Hm, so komisch sind die doch gar nicht, oder vielleicht doch?

 

 

Da gibt es aber ganz andere Kaliber, wenn ich da so an ein paar deutsche Beruehmtheiten denke.Nun denn, wir werden zum Dorfplatz gebracht und werden zu meatbaellchen eingeladen, die aber Fischbaellchen sind. Graue, glasige und glitschige Kugeln schwimmen in einer undefinierbaren Bruehe und werden uns serviert. Tapfer wie wir sind, essen wir, aber nach 3 Baellchen, ueberragt der Wuergereiz bei mir und ich gebe auf.Die anderen 3 sind tapferer und futtern auf. Danach auf dem Dorfplatz, anderer Stand, es wird eine Decke auf den Boden gelegt, Tischchen drauf und wir duerfen uns hinsetzen und bekommen schon wieder was zu essen.

 

 

 

 

 

 Diesmal eine Art Crepes mit Ei beschmiert und auf einem heissen Stein gebraten, kann man aber essen. Dazu einen Kaffee mit Ginger…Alkohol gibt es hier nirgends, da diese Insel zu 100 Prozent Moslemisch ist. Warum nur hat der Tankwart als Danke nach einem Bintang gefragt und auch die naechtlichen Fischer , die uns ihre Fische angeboten haben, wollten Bier.Wir sitzen auf jeden Fall dort wie in einer Manege, wo man bestaunt wird, mal angefasst wird und staendig fotografiert wird.

 

 

 

Am Liebsten so, dass der oder die noch mit drauf ist.Soso, so fuehlt man sich also als Ausserirdischer, ist ja spannend! Langsam geht es der Dunkelheit entgegen und wir sollten mal allmaehlich zurueck zu den Schiffen.

Wir haben uns weit entfernt mittlerweile und das wird noch ein laengerer Marsch. Unsere nette Begleitung bietet spaeter Lisa und mir an auf ihrem Moped mitzufahren zum Ausgangspunkt. Wir nehmen dankend an ( 4 Leute auf einem Moped sind eh normal )und wir fahren duchs Dorf wie Kanevalsjecken und winken dem Volk zu.Waehrendessen die Maenner zu Fuss laufen und staendig von Maedchen angegafft werden und angetatscht werden.Am Dingi angekommen, sehen wir Horden von Jugendlichen , die unser Dingi als Trampolin nutzen oder als Badewanne oder als Sprungbrett, naja, das Cover wollte immer schon mal gesaeubert werden.

 

 

Kurz vor der Dunkelheit sind wir zurueck und jetzt zischt das Bierchen richtig.Die Nacht wird kurz, denn ab 5 Uhr kraeht der Muezin und einige andere noch, laut und deutlich ueber die Bucht und hoert gar nicht mehr auf.Viele Fotos haben wir dort auch geschossen, die muessen aber auf ihre Einstellung warten, vor morgen Nacht werden wir nicht ankommen.Das Wetter ist freundlich zur Zeit mit moderatem Wind( 15 Knoten ) aus NNW,nicht ideal, aber wir wollen ja nicht staendig uebers Wetter meckern!

Seit Mitternacht sind wir nun vor dem Kumai River und lecken unsere Wunden, wie man so schön sagt…

Aus den 165 Meilen sind dann doch 190 Meilen geworden und die waren wirklich anstrengend.

Ein Squall jagdt den nächsten und von moderatem Wind konnte auch nicht mehr die Rede sein. Wir sind wohl jetzt mitten in der Monsunzeit und nun können wir auch hier mitreden , obwohl man manche Sachen doch gar nicht selbst erleben muss, reicht doch, wenn man´s liest, oder ?? Am gestrigen Mittag kam dann noch ein lauter Alarmton des Motors, also Maschine aus und nachgucken. Ein Keilriemen ist gerissen und gut dass auch davon ( ausser Ölfiltern :-) ) genug an Bord sind, sonst wären wir jetzt aufgeschmissen   :-( Nach einer Stunde Reparatur ist wieder alles klar und wir können weiter, kurz vor dem nächsten Unwetter grad geschafft. Und seitdem schüttet und stürmt es, unglaublich und auch von der Insel Borneo bekommen wir nicht den erhofften Schutz. An der Südspitze der Insel wird es flach, nur noch 5 Meter unter den Kielen und eine fiese IJsselmeerwelle baut sich auf, wir ziehen uns erstmalig Regenzeug an, Pulli drunter und frieren trotzdem und haben Badewannenpfötchen. Noch denken wir , hier, wo es so flach ist, werden doch wohl keine Frachter fahren, falsch gedacht, da wo es besonders eng ist zum River , es schüttet und stürmt wie blöd, Sicht gleich null, sehen wir auf AIS einen Frachter aus dem River kommen, Kurs auf Felice. Ach ist das nicht schön ?? Unseren Track, den wir gefahren sind, brauchen wir nicht weiterzureichen, Zickzack her und zickzack hin :-). Dann gibt es hier, das Foto ist im vorherigen Bericht zu sehen, Schlepper, die mit der Trosse verbunden zur Barge sind und in der Dunkelheit nicht auszumachen sind und kein AIS zeigen. Sollte man zwischendurch fahren, dann war´s das, aus und vorbei . Auch solch ein Gefährt begegnet uns und leuchtet uns an mit den Scheinwerfen und zeigt, wo die Trosse ist….ach die anderen Geschichten erspare ich euch, wir legen nun das Schiffchen mal von innen trocken, da die Türen auf waren, muss ja, wie sonst kann ich Tracks verfolgen, nach oben brüllen etc…wie war das noch ? Eine Seefahrt die ist lustig, eine Seefahrt die ist ….???? Mehr Fotos noch von Bawean in der Galerie und nun gibt es Frühstück für die Hungrigen…wir haben unseren Weihnachtsspeck schon wieder weg