Archiv Juni, 2015

So geht es auch :-)

30.Juni 2015

Wir fahren mit dem Bus rüber zum Custom und nicht mit dem Dingi, ( bei dem Wetter würden wir klatschnass ) um einerseits unser Cruisingpermit bis Luganville zu bekommen und andererseits eine Bescheinigung für Duty free Einkauf hier zu bekommen. Ein richtig netter Zollbeamter bedient uns und füllt noch für uns aus,was unverständlich war, erklärt und findet überhaupt auch Deutschland toll :-)…die Flagge am Laptop zeigt´s..

Wir bekommen unsere Bescheinigungen und dürfen nun hier im Bottle Shop einkaufen, dies verblomben lassen und dann vom Zoll begutachten lassen.

Immerhin haben wir noch schlappe 3500 Seemeilen vor uns und ab und an ein Schlückchen Vino an lauschigen Ankerplätzen trägt sicherlich zur guten Stimmung an Bord bei :-).

Die paar Bootles bringen wir an Bord, rufen wie vereinbart danach  den Zoll an und die geben uns für 15 Uhr eine Zusage , an Bord zu kommen.

Das Zollboot ist pünktlich und legt an der Felice zur besten Kaffeezeit an :-)

Gaaaaaanz vorsichtig ist er, erfragt noch einen Fender , damit das Aluboot auch bloß keine Schramme verursacht und klettert dann an Bord.

Brav, ohne Aufforderung zieht er ( Simon ) seine dicken Stiefel aus und schleicht sich auf Socken in den Salon. Er blickt sich um , nice boat,und setzt sich .

Ihn umgibt irgendwie eine so sympathische Aura, da muss ich ihm doch Kuchen und Juice anbieten,oder ? Oh gerne…..und er genießt den Kuchen und erzählt uns ein paar Dinge noch von PAM, von den zu hohen Einklarierungskosten für die Segler, dass sie die senken wollen und …und…er füllt die Formulare aus, versiegelt die Buddeln und zum Abschied nimmt er mich in den Arm…

So geht es also auch, so ganz anders als auf Samoa…

Die Tage hier in Port Vila sind unglaublich kurzweilig, es gibt viel zu tun und schon geht morgen die Zeit hier zu Ende.

Allerdings ist das Wetter mehr wie merkwürdig. Offensichtlich ist nun klar, dass wir ein El Nino Jahr haben und welche Konsequenzen das genau für uns hat, lesen wir besser noch genauer nach, bevor hier eine Falschaussage getan wird. Fakt ist, dass es sehr viel Wind hat, sehr kalt ist, niemand mehr an Schnorcheln denkt und draußen duschen …schnatter …bibber…geht kaum mehr. So gibt es keine Ausreden mehr, wenn gearbeitet werden soll, zu heiß oder so,nix da! So bin ich fertig mit dem Dingicover, eine Lage Kleber incl Klettband fehlt noch , aber ansonsten ist es heute schon der strengen Öffentlichkeit vorgestellt worden und für gut befunden worden :-)! Heute war ein besonderer Tag, denn Didiers Geburtstag wurde heute im Chill gefeiert und da wir gerade zufällig auch vor Ort abhängen, waren wir mit von der Party :-)

Es war wieder sehr lecker und Didier hatte offenbar Freude, zwischen den Damen zu sitzen :-)..wir hatten aber auch Freude, neben ihm zu sitzen ! Jaja….auch in unserem Alter haben wir noch Spaß…

Wir bedanken uns ganz herzlich bei Marie-Luce und Didier für diese Einladung!

Zum Nachtisch gab es kleine Kuchen und als der serviert wurde, kam die gesamte Belegschaft und sang ein Geburtstagsständchen mit solch guten Stimmen, dass es fast ein bisschen unter die Haut ging.

Das sind Momente, das fühlt sich irgendwie toll an und entschädigt ein kleines bisschen für doofe Segeltage!

Und morgen ist schon wieder ein Festtag !

Aber das Warum kommt später…fest steht allerdings, dass wir alle morgen den letzten Tag hier haben.

Das Wetter ist zwar immer noch nicht der Hit , aber wir nehmen jetzt einfach das beste der schlechten Wetterfenster, um zumindest die 25 Meilen hier um die Ecke zu kommen.

Das bedeutet Donnerstag früh um 6 Uhr Leinen los….und dann auch wieder für die, die mit uns mailen wollen, bitte besser wieder auf unsere Funkadresse schreiben! Hier noch zum Abschluss das Foto des Tages

Titel

Schwein gehabt…

oder..

Mann kann einfach alles tragen ( prust )

Das neue Kleid wächst…

26. Juni 2015

….noch vor dem Frühstück wird zugeschnitten, immer wieder angepasst und genäht.

Später weht der Wind wieder so kräftig und dann braucht man Affenarme und davon ganz viele, um den Stoff zu bändigen, damit der nicht ins Wasser fliegt.

Das alte Cover hat sich nun fast komplett zerlegt und so muss ich wohl oder übel wieder an diesen Job.

Arbeitsschluss heute 15 Uhr, reicht ja wohl ohne Mittagspause , ab unter die Dusche und wir freuen uns auf den täglichen  Treff an der Happy Hour Bar mit der Gipsy4 und der Hana Iti.

8 Stunden später…das Cover sieht schon einigermaßen aus..

Wir haben die letzten Tage viel über die bevorstehende Route diskutiert und haben alle Überredungskünste aufgefahren, um Christine und Ronald zu überzeugen, doch mit nach Asien zu segeln.

Leider hat alles nichts genützt, auch wenn beide kurzzeitig mal darüber nachgedacht haben. Schade, dann werden sich bald unsere Wege trennen und wir gehen alleine weiter .

Wir waren auch mal im Chill zu Mittag essen, an weißen Tischdecken, mit einem Glas Sekt oder Wein  inclusive, Blick auf unsere Schiffe und alles für umgerechnet 11 Euro . Vielleicht gönnen wir uns das zum Abschluss noch einmal :-), denn es war ausgezeichnet!

Bei uns an Bord gibt es aber auch immer leckere Sachen.

Hier mal gefüllte Muschelnudeln mit Spinat

auf Hackfleischbett und mit geraspeltem Parmesan überbacken….

Meist werde ich ja bekocht, zumindest , wenn wir vor Anker liegen und das schmeckt auch immer sehr lecker !

Heute gibt es sowas ähnliches wie Coq au vin, auf jeden Fall schnuppert es schon köstlich hier und ich darf mich später bedienen lassen. Noch immer ist nicht ganz klar, wann wir weiter können. Die 30 Knoten Wind mit der entsprechenden Welle wollen wir nicht. Eine kleines Fenster zeigt sich Mitte der nächsten Woche….schaun wir mal…

Schon 2 mal war in der Woche ein Kreuzfahrtschiff hier, sicher ein Segen für die Einheimischen. An solch einem Tag ist es recht unruhig hier,weil die Zubringerboote  durch das Mooringfeld hin und her düsen.

Wir hören immer mehr , was PAM angerichtet hat, so auch, dass nicht nur  Boote hier in Port Vila an Land gedrückt wurden, sondern an die 30 Schiffe hier untergegangen sein sollen. So befindet sich unter uns also ein Schiffsfriedhof in etwa 30 Metern Tiefe. Wie viele Träume da nun kaputt sind….

So manches schwimmende Wrack hängt hier noch an einer Mooring…traurige Anblicke!

Homepage schreiben kann teuer werden!

24.Juni 2015

…da vergeht einem ja fast die Lust, die Homepage überhaupt weiter öffentlich zu schreiben! Kaum, dass wir aus der Wildnis aufgetaucht sind und wieder  Internet haben, flattert böse Post ins Postfach.Es wird uns vorgeworfen, einen Ausschnitt einer Weltkarte unrechtmäßig veröffentlicht zu haben und so eine Urheberrechtsverletzung begangen zu haben . Und da das Ganze ja ” erst ” 2 einhalb Jahre her ist, ist jetzt natürlich Eile geboten und wir haben innerhalb einer Woche alles zu regeln, sonst drohen angeblich noch viel schlimmere Strafen….Was wäre eigentlich gewesen, wenn unsere lieben Postverwalter zu Hause in Urlaub gewesen wären oder wir aber einfach länger in der Wildnis geblieben wären ?? Uns bleibt gar keine Zeit ,uns zu diesem Thema schlau zu machen, außer dass wir uns wahnsinnig darüber aufregen und hier mit unseren Freunden ausführlich darüber diskutieren. Immerhin müssen wir fast 600 Euro bezahlen, was unserer Reisekasse echt weh tut. Waren die Zeiten immer schon so, sind wir zu lange weg , verstehen wir das System nicht mehr ? ….

Auf jeden Fall bedanken wir uns sehr bei meiner Tochter Julia und bei ihrem Freund, die nun alles bis hinein in die Nacht für uns geregelt haben und dass hier bei mir der Blutdruck nun langsam sinken darf und wir jetzt vielleicht mal wieder andere Themen zur Diskussion auf den Tisch bringen können :-) . Zum Beispiel, wann wird es endlich hier mal wieder Sommer und weniger Wind ? Wir frieren, sobald die Sonne untergeht und hüllen uns in Fleece und warme Decken und warten auf Wetterbesserung, dass wir weiter ziehen können. Diese Woche ist damit nicht zu rechnen und so machen wir tags einfach ausgedehnte Spaziergänge, was uns sicherlich gut tut. Heute sind wir mit Christine und Ronald weit bis durch den Ort hinaus gelaufen und haben einer Sportart der besonderen Art zugeschaut….

15 Minuten für 65 Euro, das ist vielleicht doch ein bisschen zu teuer, aber uns reicht ja schon das Zuschauen!

Es ist heute schon wieder ein Kreuzfahrtschiff angekommen, für die wird es sicher passen.

Was wir hier in Port Vila alles finden und erleben, hätten wir absolut nach PAM nicht erwartet.

Wir finden Restaurants, einen gut bestueckten Markt mit den heißgeliebten Pampelmusen und Erdnüssen am Stiel…:-)

Video vom Vulkan Yasur

21. Juni 2015

vulkan-yasur

Die Bildergalerien sind nun auch fertig eingestellt . Wenn Frau schon nicht schlafen kann, kann sie wenigstens das Internet nutzen, was offensichtlich nachts eine viel bessere Uebertragungsrate hat.

Der Kleine lief zwischen spielenden  Kindern rum und prompt passierte es…ein Kind springt hoch um den Ball zu bekommen und landet auf Minihundi :-(

So ein Gejaule, da MUSSTE ich troesten und kraulen und schon ist er in meiner Hand eingeschlafen.

Ansonsten erfreuen wir uns an Port Vila, koennen uns leckere Sachen kochen und treffen uns abends mit den beiden Crews ,Gipsy4 und Hana Iti ,zum Bierchen an der Happy Hour Bar.

Mooringfeld von Port Vila

Port Vila auf Vanuatu

18.Juni 2015

27 Stunden spaeter haengen wir nun an einer Mooring von Yachting World in Port Vila und finden wieder Ruhe nach der doch recht ruppigen Ueberfahrt.

Der Wind kam netterweise die ganze Zeit achterlich,doch stoerend war die Welle,die stetig bis hierher an die 3 Meter hoch war.So schaukeln auch wir und es scheppert ordentlich unter dem Brueckendeck und wie immer sind wir froh, angekommen zu sein.Kurz bevor wir die Mooringleine schnappen konnten,stockte ploetzlich der rechte Motor und es stank verdaechtig,was soll das? Wir merken, dass wir nur noch mit einem Motor manovrieren koennen und werfen die Leine an eine erstbeste Mooring,Motoren aus,gucken und…ein Plastiksack hat sich um die Schraube getueddelt,toll.Das Boot von Yachting World ist schon wieder weg und so gibt es direkt hier in der Bucht das erste erfrischende Bad,bewaffnet mit einem Brotmesser,um die Schraube zu befreien.Naechster Versuch und jetzt verlegen wir uns an die angewiesene Mooring,lassen sofort das Dingi runter und flitzen an Land.Hier soll es einen Bon Marche Supermarkt geben und nach 2 Wochen in der Wildnis kommen Gelueste auf nach Frischwaren.Das haben wir gar nicht erwartet,solch eine Vielfalt und viele Produkte guenstiger als auf Fiji,haetten wir das doch eher gewusst .Drum fuer die nachfolgenden Yachten,von Nutella,ueber Kaese und Frischkaese,bis hin zu guenstigen Badartikeln,alles in ausreichender Menge zu bekommen und relativ guenstig.Ein Baguette landet als erstes im Einkaufswagen,dazu ein Stueck Kaese,2 Steaks und Salat und fuer den Anfang sind wir happy.Wir treffen uns spaeter mit der Gipsycrew,der Hana Iti und deren Freunde zur Happy Hour,auch das haetten wir nicht vermutet,so eine klasse Location.Na hier werden wir es sicher ein paar Tage gut aushalten koennen.Wir fallen frueh in die Kojen und das leidige Thema Internet werden am naechsten Tag angehen. Dazu laufen wir mit dem laptop in die Stadt und zum Digicel Shop und leider sind Dongels ausverkauft,Mist.Das Samsunghandy koennte dann doch als Hotspot verwendet werden,Kalo von Digicel,stopft seine Simkarte rein und jetzt stellen wir fest,dass das handy geblockt ist.So viele Male haben wir auf Fiji nachgefragt,ob das Handy frei sei und auch in anderen Laendern funktionieren wuerde.Offensichtlich hat man uns belogen und was jetzt ? Wir latschen zurueck und finden einen Computerstore,aussen steht,entblocken von Handys,na prima,also rein in die gute Stube.Ja ja ,dagt der Chinese,kein Problem,in 10 Minuten fertig,kostet 50 Euro,puh,aber haben wir eine andere Wahl?Nach einer Stunde warten meint er , er braeuchte noch eine Stunde,grummel!Letztendlich hat es nicht geklappt,dafuer sind alle Daten und Kontakte geloescht,alle Fotos und Videos futsch,alle Apps weg,dafuer aber chinesische apps,die nun bestaendig irgendetwas von mir wollen.Ob ich sauer bin ? JA!Ausdruecklich hat er gesagt,er wuerde ein backup von allen Daten machen.Ok,Thema erledigt,zurueck zum Digicelshop und nun erwerben wir eine Ministation,wo wir ein kleines Heimnetzwerk mit einrichten koennen und mehrere Geraete anhaengen koennen.Incl sind 2 GB Volumen,die 30 Tage laufen und alles zusammen kostet 50 Euro,konnte er das nicht vorher sagen?Nun haben wir also Internet und so werde ich jetzt mal die Bildergalerie nach und nach bestuecken und emails lesen und beantworten usw.Zum Zoll muessen wir auch gleich um die Einklarierung abzuschliessen.Ansonsten in der Stadt sehen wir eigentlich nichts von Schaeden durch PAM,aber hier in der Bucht zaehlen wir 13 Schrottschiffe,die ineinander verhakkt sind oder an den Strand getrieben worden.Das bedarf noch einiger Aufraeumarbeiten.

Vulkan Yasur

15.Juni 2015

Wir ziehen uns alle an,als ob wir eine Bergwanderung machen wollen,sieht lustig aus.Bloed ist,dass wir ja noch mit den Dingis fahren muessen und das am Strand hochschleppen muessen.Der Fahrer kommt einigermassen puenktlich und die Maenner kommen auf die Ladeflaeche und wir Frauen duerfen zum Glueck IM Auto mitfahren.

Etwa eine Stunde extreme Holperstrecke liegt vor uns und ueberall sehen wir umgestuerzte Baeume und Palmen,die auf die Seite geraeumt wurden.Erst seit relativ kurzer Zeit ist die Strasse zum Vulkan wieder befahrbar,was man so als befahrbar nennen kann.Unterwegs wird die Ladeflaeche mit Kindern und Erwachsenen weiter beladen und wieder entladen,die auf dem Weg von Dorf zu Dorf sind.Eine halbe Stunde vor der Dunkelheit erreichen wir den Vulkan und gehen die restlichen Hoehenmeter bis zum Kraterrand zu Fuss.

Wir gehen nur durch schwarzen Sand und aufgeworfene Erde und der Wind pfeift hier oben recht kraeftig,gut dass wir warm angezogen sind.

Stanley fuehrt uns gewissenhaft hoch,alles barfuss uebrigens.Wir sehen den Rauch schon,riechen den Schwefel und hoeren es grummeln,das ist mal wirklich aufregend!Immer weiter gehen wir hoch bis an die oberste Ecke des Kraters und hier weht es uns fast um und Stanley packt mich schon mal energisch am Schlawittchen,damit ich nicht Mary Poppins spiele.Nun ist es vollkommen dunkel und irgendwie ist das alles unwirklich und schrill.Vor uns der glutrote Schlund und wir stehen unmittelbar an der Kante des Kraters,ein falscher Schritt und das das wars dann.Wir knien uns lieber hin und gucken gebannt ins Innere der Erde.Es faucht und sprotzt unermuedlich und dann ploetzlich ein unglaublich tiefes Grollen und als wenn man ein Loch in einen prallen Feuerwehrschlauch gebohrt haette,entlaedt sich mit unglaublicher Wucht ein Ueberdruck und gluehende Lava sprudelt zig Meter hoch.

Es wirkt wie ein gigantisches Feuerwerk und ich glaube,wir sind irgendwie alle bewegt von diesem Naturerlebnis.Diese starken Eruptionen kommen etwa alle 15 Minuten vor und wenn es nicht so elendig blasen wuerde,ich glaube wir koennten die ganze Nacht hier zuschauen.So nah wie hier,vielleicht 100 oder 150m bis zum Schlund,ohne Absperrung,knieend am Kraterrand und sich gegen den Wind lehnend,so etwas gibt es wohl nur dieses eine Mal auf der Welt.Wir machen natuerlich alle Fotos,doch spaeter sichten wir unsere Ausbeute,schade,fast alle verwackelt,nur ein gutes Video ist dabei und das zeigen wir euch spaeter.Hier braeuchte man unsere fruehere Ausruestung,extra fuer solche Highlights angeschafft und auch wenn es schon recht lange her ist,kommt in solchen Situationen ploetzlich der Zorn noch einmal hoch.Wir verbringen unvergessliche 45 Minuten oben am Vulkan und dann ruft Stanley langsam zum Aufbruch.Wir ertasten uns mit Taschenlampen den Weg nach unten zum Parkplatz und zwischendurch fuehlen wir immer mal wieder mit den Haenden den Boden,der fast heiss ist.Alle Mann einsteigen wie gehabt und in stockfinsterer Nacht zockeln und holpern wir zurueck nach Port Resolution.Wir fuehlen auf der Haut die Asche und sicher sind wir alle nach diesem Ausflug sehr schmutzig,aber happy.Wir finden mit etwas Schwierigkeiten den Weg hinab zum Strand zu unseren Dingis und muessen uns nun auch noch mit Taschenlampen den Weg zurueck zu den Schiffen durch die Bommis und Untiefen suchen.Gegen halb 9 PM sind wir an Bord und genehmigen uns noch ein Glaeschen Wein,reden und schwaermen von dem Abenteuer,sichten noch die Fotos und fallen irgendwann in die Kojen.Was fuer ein Tag! Aktuell jetzt sind wir Anker auf von Tanna und segeln mit achterlichem Wind der Hauptinsel entgegen,die 130 Meilen vor uns liegt und was bedeutet,dass wir eine Nachtfahrt machen muessen.Die Vorhersage hatte sich so geaendert,dass wir ansonsten noch mehrere Tage eingeweht auf Tanna festgesessen haetten.Seit ueber 2 Wochen haben wir nun kein Internet mehr und so auch keine Kontrolle ueber unsere Homepage.So hoffen wir,dass die vielen Berichte online gegangen sind,ansonsten werden alle nachgeliefert.

Tanna Bucht Port Resolution

14.Juni 2015

Wir haben alle das Wetterfenster am Freitag genutzt und sind mit dem ersten Licht morgens um 6 Uhr Anker auf und raus aus der Bucht von Aneityum.Die Nacht vorher hatte es durchgeweht und so haben wir noch in der Bucht ein erstes Reff ins Grosssegel gesezt.Draussen dann,nachdem wir auf Kurs waren,Wind fast weg,durch die Abdeckung der Insel,dafuer aber eine Welle von bestimmt 2,5 m und das begleitete uns fast 3 Stunden,bis wir aus der Abdeckung raus waren.Eine ueberaus nervige Laermkulisse wenn alles schlaegt und zappelt.Die restlichen 40 Meilen waren gut und schnell und unsere Ankunft auf Tanna war auf 15 Uhr etwa bestimmt.Vor Tanna sieht man auf der Karte Wellenzeichnung und ja es stimmt,hier wird es arg zauselig und die Einfahrt in die Bucht sieht spektakulaer aus,ist es aber letztendlich doch nicht.

Die Gipsy4 und die Hana Iti sind schon da,sie haben doch deutlich mehr Segelflaeche,was solls.Wir brauchen 3 Versuche bis der Anker haelt und sind dann halt zum Sundowner mit allem fertig.Wir blicken uns um,gucken mit dem Fernglas den Strand ab und sehen ringsum grossflaechig abgebrochene Kueste und alle Baeume am Strand liegen kreuz und quer durcheinander.Entfernt steht noch eine Huette,aber auch die scheint zerstoert und aufgegeben zu sein.Uns wurde schon berichtet,dass Tanna von PAM stark betroffen wurde,doch das zu sehen ist noch eine ganz andere Sache.Wir hatten die Berichte anderer Segler gelesen,die im Vorjahr oder noch eher hier waren und haben so ein anderes Bild im Kopf.Es ist schon vor 18 Uhr blitzedunkel und kalt und wir fangen nun an zu kochen und taeglich muessen wir neue Kreationen erfinden,denn unser Kuehlschrank wirft schon ein Echo,so leer ist er geworden.Spaeter setzen wir uns noch raus und sehen etwa alle 15 Minuten einen hellroten grossen Lichtschein hinter dem Berg,das kann ja wohl nur der Vulkan Yasur sein,der dort stetig faucht.Darauf sind wir so sehr gespannt,doch fuer heute wird es Zeit in die Koje zu kommen,war ja schliesslich ein anstrengender Tag. Der naechste Tag,wir haben gut geschlafen,obwohl eine lange Duenung in die Bucht kullert und die Schiffe rollen laesst.Spaeter werden wir hoeren,dass die Damen der anderen Schiffe Schlafdefizit haben und aus den gemeinsamen Kojen ausgezogen sind ,um an anderer Stelle ruhiger zu liegen.Da haben wir es auf unserem Kat deutlich besser!Wir besprechen uns via VHF und beschliessen uns gegen 10 Uhr zu treffen und irgendwo anzulanden.Es wird schwieriger als gedacht,denn Untiefen und unschoene Brandungswellen am Strand wollen es uns schwer machen.Weiter hinten sehen wir Menschen stehen unterhalb des frueheren Yachtclubs der Bucht.Der Weg ist tricky,zick und zack und hier steht ein Stoeckchen zur Markierung und dort eins usw.und netterweise werden wir nun winkenderweise und rufenderweise ans Ufer gelotst.Wir schleppen die Dingis den Strand hoch,damit die spaeter auch noch da stehen,wenn wir zurueckkehren.Nun sehen wir die riesige Abruchkante aus der Naehe und wo vielleicht mal ein Weg zum Yachtclub war,kraxeln wir jetzt durchs Unterholz empor.Stanley,u.a. Organisator der Vulkantour,leitet uns bis ins Dorf und erzaehlt uns,wie das denn war als PAM ueber Tanna kam.In diese Bucht lief eine riesige Welle und lief bis 200 m ins Landesinnere und nahm alles mit,was im Wege stand.Die Einheimischen kauerten sich in die wenigen Steinhaeuser oben auf dem Plateau und konnten nur noch beten.9 Stunden wuetete PAM hier und als alles vorbei war,standen keine Huetten mehr,Baeume waren geknickt und Pflanzen zerstoert,alles kaputt.

Jetzt,3 Monate danach,sind viele der Huetten wieder aufgebaut,doch die weitere Hilfe,zB Baumaterialen,fehlen und weitere Lieferungen werden auch nicht mehr folgen.Die Reisvorraete sind bald aufgebraucht und die Pflanzen brauchen noch lange,bis man wieder ernten kann.Sie wissen selbst nicht wie es weitergehen soll und dennoch haben sie die Zuversicht,es wird schon gehen.An einer Huette lehnt ein Schild, Restaurant,obwohl nichts darauf hinweist eigentlich.Langsam naehert sich uns ein Mann,begruesst uns alle aufs herzlichste und ruft dann aber seine Frau,die koenne franzoesisch und englisch sprechen.Ob wir hier was essen koennten und ob wir morgen am Sonntag vielleicht wiederk kommen sollen?Ja bitte gerne,so die Antwort und wir buchen bei ihr Lunch fuer Sonntag Mittag.Spaeter fragen wir Stanley,ob das eine gute Idee von uns sei,wenn doch eh schon zu wenig zu essen fuer alle da sei.Doch doch,sie brauchen Geld,dann koennen sie sich bei naechster Gelegenheit etwas kaufen,was dringend noetig ist.Ok,mit diesem Gedanken koennen wir umgehen und sind gespannt ,was uns erwarten wird.Auf dem Weg zurueck zu den Dingis,besprechen wir noch mit Stanley,dass wir in den naechsten Tagen den Vulkan Yasur besichtigen wollen.Er ueberlegt,morgen sei die Tour schon komplett ausgebucht,also entweder dann direkt heute oder am Montag,aber wer weiss, wie dann das Wetter sein wird?Es ist eh schon sehr stuermisch und wenn dann noch Regen dazu kommen sollte, dann macht diese,wie wir wissen,anstrengende Tour,keinen Sinn.Heute scheint die Sonne und heute wuerden sie um 16 Uhr hinfahren…ups,ganz schoen kurzfristig,doch ja, wir machen das heute,warum nicht.Wir werden angewiesen, uns warm anzuziehen,gutes Schuhwerk zu tragen und uns um 16 Uhr oben auf dem Plateau einzufinden.Der Landgang war doch heute schon ein Abenteuer,incl das Anlanden mit den Dingis,nagut,dann gibt es eben noch eines heute,aber davon erzaehlen wir das naechste Mal.Die Fotomenge ,die sich mittlerweile angesammelt hat,ist enorm und braucht entsprechende Zeit der Bearbeitung.Aber bald werden wir in Port Vila sein,der Hauptstadt,dann gibt es Internet,hoffen wir doch mal und dann gibt es auch viele, viele Fotos zu sehen.Der Besuch von Vanuatu scheint sich zu einem Highlight dieser Reise zu entwickeln,soviel sei vorab gesagt…

Nur ein Foto

11. Juni 2015 von Mystery Island und morgen geht es weiter nach Tanna zur Ankerbucht Port Resolution. Dort wollen wir den aktiven Vulkan besuchen,wir sind sehr gespannt.

Mystery Isalnd.jpg

Besuch des Dorfes in der Uche Bay

10.Juni 2015

Organisiert hat das Tim,der Kanadier,der schon bald 3 Jahre hier auf Aneityum lebt und am Vortag mit seinem Kanu bei uns an den Booten war.Dieses Dorf,wo er uns heute hinfuehren wird,ist durch PAM vom Kreuzfahrttourismus abgeschnitten worden.Frueher war vor dem Dorf ein breiter,weisser Sandstrand,an dem die Faehren der Cruiser anlanden konnten.Nun sind nur noch Geroellfelder mit dicken Steinen dort und der Sand ist komplett weggespuelt worden.

Wir treffen uns alle um 13 Uhr an seinem Haus und gehen stramm 1 Stunde am Strand entlang und zum Teil auch durch unwegsameres Gelaende.Hier werden wir von einer jungen Frau aus dem Dorf begruesst und werden gebeten noch zu warten,bis man uns rufe.Nach einer Weile kommt sie umgezogen mit Blumenschmuck und einem huebschem Kleid zurueck,hat Halsschmuck aus Blaettern fuer uns alle dabei und beginnt mit der Fuehrung durch ihr Dorf.Im Dorf leben unter 20 Personen und alle sind an ihrer Praesentation beteiligt,auch ihr kleiner, 2 jaehriger Sohn hat schon die traditionelle Bekleidung aus Blaettern und Lendenschurz an.

Wir sehen,wie und was die Frauen aus Palmblaettern,frisch oder getrocknet oder geglaettet,alles herstellen.Etwas weiter stehen die Maenner,auch in ihrer besonderen Kleidung und einer von ihnen,ich sehe,er hat offenbar ein besonders starkes Gebiss,kaut Kavawurzeln intensiv und wuergt den grauen Brei auf ein getrocknetes Palmblatt.Schon vorher hoeren wir,dass hier der Kavatrunk besonders stark und berauschend sein soll.Offenbar ist die Zubereitung ganz anders als auf Fiji und im Stillen hoffe ich instaendig,dass dieses Kava bitte nicht fuer uns sein soll,irgendwie dreht sich mein Magen auch ohne Kava schon ( igitt ).Weiter gehen wir durch das Dorf,sauber und aufgeraeumt alles und bekommen die Pflanzen erklaert,die nun wieder ganz zaghaft wachsen.Leider hat PAM hier alle Pampelmusen von den Baeumen gefegt,die Brotfruechte ebenso und auch zerstoert.So hoffen sie auf naechstes Jahr,dass wieder reiche Ernte ist.Im Nachbardorf steht noch ein intakter Pampelmusenbaum und von diesem werden wir spaeter zum Abschluss eine fuer jedes Paar geschenkt bekommen.Wer die je probiert hat,wird bestaetigen,dass dies prachtvolle und geschmacklich perfekte Fruechte sind.Die Huetten hier waren ebenso zerstoert,doch innerhalb eines Monates sind sie in der Lage,eine Huette gleichen Stils wieder zu errichten.Im Inneren sehen wir eigentlich nichts,ausser gewobenen Bambusmatten auf dem Boden.Zum Abschluss sehen wir einen Tanz,der fuer uns so fremdartig ist und dennoch absolut passend auch fuer uns jetzt und hier.Gekleidet alle nur mit Bambusgraesern und Blaettern als Sichtschutz tanzen und stampfen sie und geben singende und kehlige Laute von sich.

Spaeter werden wir involviert und fuehlen uns sogar wohl dabei.Mit solch einer Praesentation haben wir absolut nicht gerechnet und wir sind alle ueberwaeltigt und fragen Tim,ob und wie wir Danke sagen koennen?Er fragt den Chief und mit ein wenig Geld koennen sie beim Verorgungsschiff halt am Besten einkaufen.So machen wir das und gehen nun den relativ langen Weg zu den Dingis voller besonderer Eindruecke zurueck.Der Wind hat maechtig aufgefrischt und es nieselt sogar,bibber,nun haben wir zu Fuss mal den Wind auf der Nase,der in Boeen gut 30 Knoten und mehr erreicht.Wir warten nun auf ein passendes Wetterfenster,mit dem wir alle die 50 Seemeilen nach Tanna segeln koennen.Wie es aussieht,koennte dies am Freitag so sein.Seit gestern sind wir nun auch einklariert,Immigration und Quarantaene sind mit dem Flieger hier angekommen und sofort zu den Booten gekommen,die ja immer noch die gelbe Flagge trugen ( das optische Zeichen, fuer,wir sind nicht einklariert und haben die Pest an Bord ( kicher ) )Weil am Samstag ein Kreuzfahrer hier ankommt,haben wir das Glueck,alles schon erledigt zu haben ausser Zoll und mussten 5000 Vatus fuer Immigration bezahlen und 4500 Vatus fuer Quarantaene.

Mystery Island

8.Juni 2015

Position 20,237845 S 169,778801 Ost Der suedlichste Punkt unserer Reise,deshalb wohl auch so kalt

Unser Ankerplatz befindet sich zwischen dem Dorf Anelghowhat und dem Mini Inselchen Mystery Island.Das wollen wir natuerlich auch sehen,so viel haben wir davon schon gehoert von anderen Seglern.Obwohl wir immer noch nicht einklariert sind,( der Dorfpolizist landet wohl erst am Dienstag hier )fahren wir dennoch zusammen mit Marie Lus,Didier ( Hana Iti ) ,Christine und Ronald ( Gipsy4) mit den Dingis rueber und machen einen ausgiebigen Inselrundgang.Eine Umrundung waer auch moeglich,so klein ist die Insel.Umspuelt von tuerkisem Wasser und gesaeumt von feinen,weissen Sandstraenden und dazu unbewohnt,ein wahres Paradies.

Doch wir sehen deutliche Hinweise,hier eine Bude,hier snorkeling,dort eine Bude,hier Kanuverleih,dort wieder ein Staendchen,Kavaverkostung.Alle paar Wochen in der Saison landet hier ein Kreuzfahrer und spuckt unfassbare 3000 Menschen auf diese Insel.Auf dieser Insel soll es angeblich Geister gegeben haben, die einfach haben Menschen verschwinden lassen.Liest man ein wenig mehr darueber,so sind in der Tat Einheimische verschleppt worden von hier,quasi eingefangen von sogenannten Blackbirdern und sind rueber nach Australien oder Fiji gebracht worden,um dort bei der Zuckerrohrernte oder auf Plantagen zu arbeiten.

Durch dieses Geschenk der Natur,in Form dieses Trauminselchen, an die hiesige Bevoelkerung, geht es diesen Dorfbewohnern relativ gut und so wie wir gehoert haben,mangelt es ihnen in ihrem Rahmen an nichts.Wenn ein Kreuzfahrer da ist,bestuecken sie drueben ihre Staende und versuchen ihr Geschaeft zu machen.Dadurch sind sie es auch mehr gewohnt mit hellhaeutigen Menschen zu sprechen und bekommen ein wenig mit, was so geht in der Welt.Denn hier gibt es weder Internet noch Radio,auch natuerlich nicht fuer uns.Waehrend des Spazierganges erfahren wir von Didier ( er ist Allgemeinmediziner ),dass er hier Sprechstunde gemacht hat und noch weitere machen wird und so vieles erfahren hat.Verhuetung zB ist verboten,so sehen wir ungewoehnlich viele Kinder hier,wenige alte Menschen und viele im Mittelalter.Nicht ungewoehnlich,dass eine Familie 9 Kinder hat,aber dann ist auf Grund des neueren Wissens die Sterilisation des Mannes erlaubt.Es gibt hier mittlerweile auch einen Geburtshelfer und so sterben keine Kinder mehr bei der Geburt und Problemfaelle koennen von Mystery Island ausgeflogen werden zur Hauptstadt Port Vila.Bei der Sprechstunde war neben einem Optiker auch ein Zahnarzt zugegen und was soll er hier tun ? Kronen praeparieren oder Wurzelbehandlungen durchfuehren ? Nein, hier wird einfach nur der boese und schmerzende Zahn gerissen und weiter geht es mit dem Alltag.Autsch!Wir unterhalten uns heute so gut,dass wir spontan entschliessen, alle heute Abend zum Pizza essen auf die Felice einzuladen.Um 17 Uhr erscheinen die 4,warm angezogen,wie gesagt,abends wird es recht frisch,aber wir haben vorgesorgt und den Tisch im Salon gedeckt.Grad den Apero kanns noch draussen geben und dann verziehen wir uns nach innen wo die erste Pizza schon baeckt.So lange haben wir selten zusammen gesessen und es wird ein ausgesprochen kurzweiliger und gemuetlicher Abend.Die Vorhersage des Wetters fuer die naechsten Tage verspricht sehr viel Wind und so haben wir alle Pause in dieser Bucht.Den Vulkanbesuch auf der naechsten Insel wollen wir lieber bei wenig Wind machen,sonst fliegt uns ja die Glut um die Ohren.Ausserdem ist der dortige Ankerplatz ungeschuetzt.Hier allerdings laeuft jetzt Schwell rein und wir bemitleiden unsere armen Monosegler,die von einer auf die andere Seite rollen und wahrscheinlich nun auch auf dem Ankerplatz seekrank werden.Zum Mittag gehen wir eh alle an Land,wir folgen einer Einladung,eine kleine Wanderung mit anschliessendem Dorfbesuch soll demnaechst mit ins Kreuzfahrtprogramm aufgenommen werden.Wir sind ja irgendwie auch Touristen und so sollen wir diesen Ausflug heute testen ,ob wir ihn fuer gut empfinden koennten.

Next Page »