Archiv Mai, 2014

Erlebnis Samoa

29. Mai 2014

Vorgestern besuchte uns noch einmal der hiesige Honorarkonsul an Bord, um uns einige interessante Dinge zu Samoa zu erzaehlen und um auch noch mal ueber die Zollabfertigung zu sprechen.Was er mir, waehrend wir im Office sassen,nicht uebersetzt hat,war,dass die Dame Oberin zu ihm sagte,wir koennten von Glueck sprechen,dass sie grad heute einen guten Tag habe,sonst haette sie uns eingelocht!!Da bleibt einem doch glatt die Spucke weg und mittlerweile ist auch die Gipsy4 mit rosa Zettel einklariert und vermeldet auch,solch eine unfreundliche Behandlung sei ihnen noch NIE auf dieser Reise geschehen!Da sollte sich etwas aendern ! Nun aber endgueltig abgehakt und wir widmen uns Samoa,besuchen die Hauptstadt Apia und wundern uns und staunen,was hatten wir eigentlich erwartet?

Es wirkt fast staedtisch mit vielen Geschaeften,Telefonlaeden wie ueberall auf der Welt und buntem Markttreiben.Wir besorgen uns eine Handykarte mit Internet und hoffen damit per Kopplung an den laptop mobil zu werden.In der Touristeninfo erfahren wir,dass Dienstags und Donnerstags eine kostenfreie kulturelle Veranstaltung stattfindet und wir beschliessen dorthin zu gehen.

Es ist Donnerstag Morgen und wir gehen zu Fuss in die Stadt,vorbei an der neu erbauten Kirche,die am Samstag eroeffnet werden soll.

Ein Blick IN die Kirche zeigt Pomp und Prunk,wunderschoen,ein Baumeister aus Rom soll hier gewirkt haben.Doch in dem noch unfertigen Zustand muessten 300 Leute ununterbrochen wirken,sollte das noch puenktlich fertig werden.Nun denn,wir werden es erleben,denn morgen ist Samstag und die Feiern zum Unabhaengigkeitstag beginnen,womit wir genau zufaellg die richtige Woche unserer Ankunft gewaehlt haben.Die Ereignisse hier gehen nun Schlag auf Schlag und jetzt muessen wir schon Nachtschicht einlegen,um Fotos zu sichten,einzustellen,Blog zu bedienen und Mails zu schreiben,puh!

Zurueck zu gestern zu einer der besten Veranstaltungen ,die wir im Laufe dieser Reise je gesehen haben.Beginn um 10 Uhr 30,vorher schlendern wir ueber den Bauernmarkt und finden uns puenktlich im Kulturdorf ein.

Hier erwarten uns 6 huebsche Damen und attraktive ,fast durchweg komplett taetowierte Maenner.Dieser Anblick ist schon ein Augenschmaus,sowohl als auch ( grins )! :-) Wir erleben nun eine 2 einhalb stuendige Darbietung ihrer Kultur,ihrer Fertigkeiten und werden noch zu einem traditionellen Essen eingeladen ,wo Fisch und eine Art Kartoffel unter einem Blaetterdach gegart wurde.

Wir sehen,wie man durch Reibung zweier Hoelzer Feuer macht,daraus werden die Fackeln entzuendet und wir sehen einen Feuertanz.Die Erklaerungen,die uns geliefert werden,sind professionell und witzig und unglaublich informativ.

Wir duerfen einer gerade stattfindenden Taetowierung beiwohnen,wow!Der arme Tropf liegt seitlich und wird von 6 Haenden gestuetzt,2 faechern Luft,der Taetowierer mit seinem Marterinstrument und einer,der die Haut immer wieder abwischt und gerade zieht.Es geht unaufhoerlich tacktacktack und eine Sitzung dauert etwa 3 Stunden und muss unglaublich schmerzhaft sein.11 weitere folgen noch und diese wird der Mann wohl auf sich nehmen muessen,denn,die Familie hat dies bezahlt ( etwa 5000 Talar ( 1700 Euro etwa ))und sollte er die Prozedur nicht zu Ende bringen,faellt Schande auf die Familie.

Der uns diese interesssanten Erzaehlungen geliefert hat,ist auch fast ganzkoerpertaetowiert,er sagte,er ginge damals zur ersten Sitzung als Macho und nachdem diese endete,fand er,er habe den groessten Fehler seines Lebens begangen.3 Tage habe er nicht gegessen und getrunken vor Schmerzen und die naechste Sitzung findet erst statt,wenn der Taetowierer duch facetoface Begutachtung findet,er hielte nun die naechste Prozedur aus.Die Form und das Muster bestimmt nur er und nur er hat diese Formgebung im Kopf.Das Instrument besteht aus einem Holzstoeckchen,an dem im rechten Winkel ein weiteres kleineres Stoeckchen angebunden ist und daran widerum eine relativ dicke spitze Nadel.Mit einem anderen kleinen Stoeckchen tackt er auf dieses Instrument und wie ein Voegelchen pickt es sich in die Haut des Opfers.Er fuehrt also mit der rechten Hand das Stoeckchen und mit der linken tackt er,der Helfer rueckt den Koerper stetig in die rechte Position und VOR dem Pavillon sitzt die Familie und schaut zu.Wir durften eine Zeitlang zusehen,stille sein,keine Fotos machen und leise wieder rausschleichen.Wieviele der Maenner von Samoa dies denn machen lassen ? Nur etwa 4 bis 5 Prozent haben solch ein Ganzkoerpertatoo,wer haette das gedacht und dieses wird mit dem entsprechenden Stolz getragen.Eine Uniform koenne man ablegen oder spaetestens wenn man ins Grab kaeme,wuerde man ohne Uniform hineingelegt,doch dieses,dieses truege man sein Leben mit Stolz.Ich koennte jetzt stundenlang weiter berichten, zB wie man aus einem ,so etwa wie ein Weidenstab,Stoeckchen ein Pergament herstellt,ein Bild darauf zaubert,

wie…man muss es einfach selbst erleben!

Gleich besuchen wir das ehemalige Wohnhaus und die Grabstaette von Robert Louis Stevenson,der die Buecher Die Schatzinsel und Dr.Jekyll und Mr.Hyde geschrieben hat.

( gibt es diese Buecher auch als ebooks?)

Doch davon mehr ein anderes Mal…und morgen ganz frueh findet ein Ruderwettrennen statt…Ruderboote mit 40 oder Ruderern..mehr Bilder gibt es in der Bildergalerie :-) PS SO und jetzt macht Samoa richtig Spass !!

Schnelle Hilfe vom Konsulat

27.Mai 2014

Heute Morgen wieder endloses warten beim Zoll und doch ist die offizielle Dame nicht fuer uns zu sprechen,man kaeme dann am Nachmittag zu uns…warten…warten…dabei haben wir uns extra fein gemacht ! Frustriert und hungrig kehren wir erfolglos nach 2 Stunden zurueck an Bord,fruehstuecken lustlos und haben auch sonst zu nix Lust,wozu auch !Ausserdem schuettet es unaufhoerlich und die ganze Nacht gab es heftige Gewitter,wir dachten da an die Gipsy4,die noch auf dem Landeanflug gen Samoa ist,sicher war die Nacht kein Zuckerschlecken!Wir konnten dann eure Mails von zu Hause laden und haben uns im Anschluss daran direkt an den hiesigen Honorarkonsul Arne Schreiber per Mail gewendet.Waehrend wir am Nachmittag gerade die Gipsy4 hier in Empfang nehmen ( und wir immer noch auf den Custom warten ),kommt ein Mann in Begleitung der Security auf uns zu und stellt sich als Honorarkonsul von Samoa vor und will uns helfen.Wir besprechen die Situation und nach einem Erfrischungsgetraenk an Bord gehe ich mit ihm zum Zoll.Direkt laeuft uns DER Mann vor die Fuesse,der uns zum sofortigen Verlaassen von Samoa aufgefordert hat,wie passend! Herr Schreiber ueberreicht ihm seine Visitenkarte und schon nach wenigen Minuten,simsalabim,oeffnen sich die Tueren des Zolls und wir duerfen in das Zimmer der Vertretungsdame der Obrigkeit eintreten.Es gibt einen unangenehmen Wortwechsel zu Anfang,wo man uns allen Ernstes die Faelschung des Ausreisestempels der Paesse von Bora Bora unterstellt.Die Dame eroertet uns,was sie nicht schon so alles auf ihrem Schreibtisch gesehen habe…in solchen Momenten moechte man mal eben gerne die guten Manieren vergessen,aber wir wollen ja was von ihr.Herr Schreiber argumentiert selbstsicher unsere Situation,wird dann gebeten seine Ausfuehrungen zu stoppen und wieder spricht die Obrigkeit mit erhobenen Zeigefinger,du,du,du,es geht hin und her und schlussendlich werden wir darauf hingewiesen,in Zukunft die Zollpapiere, die uns ausgestellt werden,besser zu kontrollieren.Oehm,hust,sorry,hiess es nicht,der Zoll macht keine Fehler?? Lassen wir es gut sein,2 Tage sind rum,die uns Nerven gekostet und den Spass an der Freude verdorben haben.Zum Abschluss dieses Gespraechs wurde dann noch die Immigration zum Custom geordert und die haben unsere Papiere fertig gestellt,Paesse gestempelt und nun duerfen wir 60 Tage hierbleiben.Da geht ein grosses Dankeschoen an den Honorarkonsul von Samoa,Herrn Arne Schreiber,ohne ihn,so haben wir schwer das Gefuehl,waer die Sache nicht so gut ausgegangen!Doch auch er war ungluecklich ueber die Art und Weise,wie man uns behandelt hat und will im Nachgang dazu noch bei entsprechenden Stellen auf die Schwierigkeiten beim Zoll von Samoa vorsprechen!In der Morgenfunkrunde uebrigens,haben wir unsere Freunde gefragt,welche Farbe denn ihr Ausklarierungsbogen habe? Alle haben auch den rosafarbenen,also kein Fehler von uns.Na dann, jetzt wird rosa ja hier anerkannt,wollen wir doch hoffen!Wir danken Julia und Eva und unseren Freunden zu Hause fuer den Blitzeinsatz,dass ihr uns sofort die vielen Mails mit eben dieser Adresse geschickt habt und so wird am Ende alles gut!So fangen wir heute an,mit all den Dingen,die man so tut,wenn man irgendwo ankommt,Einkaufen,Waesche waschen,Gasflasche fuellen,Diesel besorgen etc. und nun sind wir wirklich gespannt,wie es uns hier gefallen wird!Wir haben einen Internethotspot an der Strasse gefunden,dort senden wir nachher und stellen vielleicht auch Fotos von Suwarrow in die Bildergalerie ein,damit ihr euch mit uns freut!

 

Hier kommt die Gipsy4 gerade an !

Wars das???

26.Mai 2014 Wir haben uns so auf Samoa gefreut,wir wollen einklarieren,alles ok bis auf das wir von Bora Bora eine falsche Kopie der Ausklarierung bekommen haben.Wir haetten das Original gebraucht,doch dieses haben wir auf Geheiss des Zolls zur Post gebracht und nach Papeete geschickt.Da die Meinung des hiesigen Zolls ist,am Zoll macht man keinen Fehler,werden wir hier nicht einklariert und muessen weiter.Doch damit ist das Problem nicht geloest,im naechsten Hafen wird das Gleiche passieren und was nun ??Sollen wir auf dem Wasser leben oder was??Dabei koennen wir ordnungsgemaess den Ausreisestempel im Pass vorweisen,aber das scheint niemanden zu interessieren,falsche Farbe und Ende!Vielleicht zureckfliegen nach Papeete oder gar gegen Wind und Welle die 1300 Meilen zurueck ,waer doch cool oder ? Noch nie hatten wir die Schnauze so voll wie heute!!Dann gibt es kein Internet hier,alles ganz ganz toll,die Marina ist auch nur noch Schrott,die hat ein Taifun in 2012 fast ganz zerstoert…ob es hier ein deutsches Konsulat gibt? Ohne Internet keine Infos!!Das war ein kurzer Lagebericht der Felice !

Landfall auf Western Samoa

25. Mai 2014

Gesamtstrecke Suwarrow nach Samoa waren 514 sm und das letzte Etmal war 128 sm und Ankunft hier 14 Uhr LT am 25.5.2014 Hier ist Sonntag,alles still und wir haben gerade den Anker vor Apia ins Wasser gesteckt.Nicht gerade tuekises Wasser,aber das war zu erwarten.Wieder war es anstrengend,der Wind hat kontinuierlich bis 25 Knoten und teils mehr gepustet,die Wellen hatten die entsprechende Hoehe und dabei schlafen?Fehlanzeige!Als wir hier um die Ecke in die Bucht einfuhren,hat es noch mal so richtig geblasen zum Abschied,aber jetzt liegen wir hier ruhig vor der Stadt.Eigentlich hatten wir uns vorgestellt,in die Marina zu gehen,aber von hier aus sieht die gar nicht einladend aus,das gucken wir uns lieber erst mit dem Dingi an. Nun gibt es das Ankerbierchen,dann sicher die Reste zu futtern und frueh werden wir uns aufs Ohr legen,das ist sicher.Morgen kommen sicher die Offiziellen an Bord,wie Immigration,Zoll und Gesundheitsbehoerde und erst dann duerfen wir offiziell an Land.

Der Wind ist da !

23.Mai 2014

Unser heutiges Etmal 136 Meilen,das heisst,die Flautenzeit ist zu Ende und jetzt haben wir wieder die normalen Pazifikzustaende,Klatschwellen und viel Wind und kaputte Naechte.Ach ist das Seglerleben nicht herrlich? Wir hoffen nun morgen Mittag anzukommen,Sonntag dem 25.Mai 2014.Nein das ist kein Schreibfehler,wir uebersegeln heute Nacht die Datumsgrenze und altern in blitzesschnelle um einen Tag!Samoa aenderte das Datum nach dem 29.12.2011 auf den 31.12. und wechselte damit auf die Westseite der Datumsgrenze.Zu euch daheim bleiben weiter die 12 Stunden Zeitunterschied,nur eben ab sofort andersrum,wenn wir fruehstuecken am naechsten Tag,macht ihr vielleicht grad die Tagesschau an.Wenn einer also wissen will,was am naechsten Tag so alles passiert,dann muss er uns fragen ( haha ). Wir werden unseren Landfall in Apia machen,der Hauptstadt von Samoa mit etwa 37000 Einwohnern.Western Samoa war urspruenglich eine deutsche Kolonie,aber nach dem 2.Weltkrieg wurde es britische Kolonie und stand in der Verwaltung von Neuseeland.Einige Gebaeude stehen wohl noch in der Stadt und zeugen von der deutschen Kolonialzeit.Mittlerweile ist Samoa eine unabhaengige Nation und Apia ist die groesste Stadt zwischen Tahiti und Fidji.Am Rande der Stadt hat sich sogar ein ausgedehntes Industriegebiet angesiedelt,wo ua auch Strickwaren ( Pullis ) fuer den Weltmarkt gefertigt werden.Sicherlich werden wir auch die Nachbarinsel Savaii besichtigen,die meist unbewohnt und stark bewaldet sein soll.Aber vorher lassen wir es uns gut gehen,ausschlafen und dann wieder frische Sachen fuer den Speiseplan besorgen,vielleicht ein wenig shoppen gehen? oder mal essen gehen? Zeit genug haben wir ja und wir warten hier auch auf die Gipsy4,die heute gestartet sind von Suwarrow und die African Affair ist ebenfalls heute gestartet,aber nach Suwarrow.Dann fehlt als Letzte noch die Pacific-high,wenn dort alle Probleme geloest sind,wollen sie vielleicht oder auch sicher ? uns allen folgen!Wir haben ,ausser der doch nicht funktionierenden Lichtmaschine,keine groesseren Reparaturen auf dem Plan hier,das hat alles Zeit bis Fidji.Dort muessen wir auswassern usw,Arbeit gibt es also immer!Nun drueckt uns die Daumen fuer einen puenktlichen Landfall und dass die letzten 130 Meilen nicht gar so ruppig bleiben!

2. Seetag auf dem Weg nach West Samoa

22.Mai 2014 Wieder nur so ein schlappes etmal von 113 Meilen innerhalb 24 Stunden,kein Wunder,denn der Wind laesst zu wuenschen uebrig.Gestern frischte er mal richtig auf und wir konnten einen halben Tag flott segeln und haben geduempelte Meilen wieder wett gemacht.Der Segler ist auch nie zufrieden,werdet ihr vielleicht sagen.Mal ist es zuviel,dann zuwenig,dann passt die Richtung nicht,dann sind die Wellen zu hoch etc.Aber wohl mit keinem anderen Fortbewegungsmittel ist man so sehr abhaengig von all diesen Faktoren.Nun gut,wir sind auch ein wenig verwoehnt durch die moderne Technik.Da koennen wir auf verschiedenen Systemen Wetter sichten und dann kommt es doch anders als gesehen und wir haengen in der Flaute jetzt.Aber psssst,nicht verraten,ich finde das auch irgendwie schoen ( zwinker ),man kann fast ganz normal an Bord leben und auch in den Freiwachen gut schlafen.Dennoch rueckt Western Samoa unaufhoerlich naeher,noch 270 Meilen stehen auf dem Plan,jetzt um LT 11 Uhr in der Frueh.Eben haben wir wieder mit der Pacific-High,zZ auf Raiatea,der African Affair,zZ auf Maupehia und der Gipsy4,die sind eben Anker auf in Suwarrow und folgen nun,gefunkt und miteinander gequatscht und das Wetter abgeglichen.Entweder auf Samoa oder spaetestens auf Fidji gibt es wieder gesellige Sundwownerrunden.Heute soll der Wind zurueckkehren,na dann lassen wir uns mal ueberraschen und morgen kann ich ja mal ein bisschen ueber West Samoa erzaehlen,falls das ueberhaupt jemanden interessiert,falls nicht,erzaehls ich trotzdem!Ihr koennt ja bis dahin das Inselchen auf der Karte schon mal sichten,es liegt auf 13 Grad und 48 Minuten Sued und 171 Grad und 45 Minuten West.

1.Seetag nach West Samoa

21.Mai 2014

Den Vorabend vor unserer Abreise haben wir noch auf der Gipsy4 verbracht und wurden dort zu einem leckerem Eintopf eingeladen.Anschliessend noch ein Spielchen Mensch aergere dich nicht nach den neuen Tahiti Regeln und zeitig haben wir uns in die Koje gerollt.Wissen wir doch,dasss die naechsten Naechte wieder schlaftechnisch kaputt sind.In einer Stunde wird es hell und dann ist unser bescheidenes Etaml etwa 120 Meilen.Die Flaute,die eigentlich heute erst sein soll,hat uns schon erwischt und so tuckern wir gemaechlich voran.Wir kommen zwar nicht zuegig nach vorn,aber irgendwie ist es auch angenehm und schoen.Kurz nachdem wir Suwarrow verlassen hatten,etwa 45 Minuten nach Niedrigwasser,mit einer ausfliessenden Stroemung von 1,5 Knoten.kam die Angel raus.Wir sahen unzaehlige Seevoegel jagen und sich immer wieder kopfueber in die Fluten stuerzen.Da muss es Fisch geben und da muessen auch Jaeger sein und genau so einen moechten wir zum Abendessen ( grins ).Tatsaechlich ratscht die Angel schon nach kurzer Zeit und wir versuchen heute alles richtig zu machen.Langsam einholen,die Gaff bereit halten und auch spaeter benutzen und ja,es klappt und ein praechtiger Gelbflossenthuna laesst sich an Bord hieven.Wir lassen ihn noch eine Stunde baumeln und kurze zeit spaeter liegt er in appetitliche Filets geschnitten im Kuehlschrank.Die erste Portion ist schon verspeist und der war KOESTLICH!Kam grad recht zu unserer mageren Auswahl im Kuehlschrank.Dann wollen wir jetzt mal wieder die Segel setzen,denn mit dem ersten Licht scheint sich der Wind wieder einzustellen!Bis morgen dann hier an gleicher Stelle…

Tschuess Suwarrow

19.Mai 2104 Hier war es besonders schoen,auch wenn die Schiffe der ARC den Ankerplatz gefuellt haben.Trotzdem bekamen wir das feeling,wie es sein muesste,ganz alleine hier zu sein und Robinson zu spielen.Auch wenn die Ranger uns nicht ans Haendchen genommen haben,so konnten wir dennoch einige Unternehmungen auch ohne sie machen.So heute,wir sind mit den Dingis auf die andere Seite des Atolls gegen Wind und Welle geduest,zu Seven Islands.Dort leben die Kokoskrabben,riesig sind sie und ein Monsterexemplar sass unter einem Baum und liess sich auch nicht hervorlocken.Wir haben gezerrt und gezogen und am Schwaenzchen geschupst,nixe,schade aber auch.Das war sicher so eine der alten Krabben,die wohl bis 50 Jahre alt werden und gut 4 kg schwer sein sollen.Viele andere haben wir noch entdecken koennen,manche gar so frech,dass sie uns angreifen wollten.Wer nur Flipflops anhat,passt besser auf,denn mit ihren Zangen koennen sie bequem die Kokosnuesse oeffnen,was ist da schon so ein dicker Zeh fuer ein Hindernis? Wir koennten es hier noch lange aushalten,das Wasser ist ein Traum,naja,ein wenig viele Haie drin,aber alles Gewoehnungssache,die tun uns ja nichts,die wollen doch nur schnuppern ( grins )!Der Ankerplatz ist frei von Schwell und geschuetzt vor Wind,die Aussicht auf Anchorage Island ist einfach nur ein Traum und ueberhaupt,hier ist wohl das Paradies,das typische Suedseeparadies.Fotomotive ohne Ende,man kann sich gar nicht an dieser Schoenheit satt sehen.Dennoch segeln wir morgen weiter, die 520 Meilen Etappe nach West Samoa.Laut unserer Interpretation vom aktuellen Bericht der Wetterwelt sieht das Wetterfenster freundlich aus,mit gemaessigtem Wind,Welle bis 2,3 m und die Tendenz leicht steigend zum Wochenende.Vielleicht gibt das ja schoenstes Kaffeesegeln,das waer doch fein! So gehen wir morgen frueh Anker auf,winken der Gipsy4 noch einmal zu,denn sie bleiben noch und warten auf mehr Wind und verlassen Suwarrow.Wir sind sehr froh,hier gestoppt zu haben und uns trotz der ARC nicht den Spass verdorben zu haben.Zu Saisonzeiten stehen hier auch so viele Boote,also was solls.Wenn es also gut laueft,sollten wir am 24.Mai abends auf Samoa ankommen.Dort werden wir vielleicht wieder Internet haben und eine Flut von tollsten Bilder wartet auf euch und die nun auf der Seereise bearbeitet werden!So ganz langsam brauchen wir auch wieder einen Supermarkt,wir haben noch 3 Eier,davon gibt es dann morgen Kuchen fuer unterwegs und ein oller Kohlkopf und 2 kleine Paprikaschoten sind noch da und ein paar Minitomaten.Diese Riesenauswahl an lebensmittel macht erfinderisch,ihr glaubt ja gar nicht,was manchmal so auf den Tisch kommt!Ausserdem geben wir die Hoffnung auf Fisch ja auch nicht auf,auf Sushi,auf Thunasteaks oder Mahi Mahisteaks oder…

DSCN2077.JPG

Suwarrow,ein unbewohntes Atoll

17.Mai 2014 ..im noerdlichen Teil der Cookinseln.Das Atoll hat Abmessungen von 15 mal 13 km und hat aber nur eine Landflaeche von weniger als einem halben km.Als wir uns mit der Felice annaeherten,sahen wir erst ein paar Palmen mitten auf dem Pazifik und dazwischen sahen wir die Gischt und einige hundert Meter weiter wieder ein paar Palmen im Wasser und bei genauerer Betrachtung mit dem Fernglas sahen wir auch in weiter Ferne so etwas aehnliches wie Palmen oder ein Inselchen.Verwirrend,haette man heutzutage nicht so genaue Karten,wuesste man wirklich nicht,wo denn nur diese einzige Einfahrt in dieses Atoll ist.Zeugnis von Fehlern sind auf der Karte vermerkt,Wracks liegen auf dem Riff. Suwarrow wurde am 17.9.1814 von der Mannschaft des russischen Schiffes Suvorov entdeckt.Auf dieser Insel lebte nur einmal der Schriftsteller Robert Dean Frisbie als Marinebeobachter bis 1942 und ab 1952 der Neuseelaender Tom Neale als Robinson auf seiner Trauminsel.Mit Unterbrechungen durch Krankheiten blieb er bis 1977,bevor er mit 75 Jahren an Magenkrebs erkrankte.Er starb innerhalb weniger Monate in einem Hospital in Rarotonga.Seine Erfahrungen schrieb er 1966 in dem Bericht ,an island of oneself,nieder.Der deutsche Titel ist ,Suedsee-Trauminsel und gerne haetten wir dies auch.Das ist schon ein Erlebnis,auf solch einer Insel rumzulaufen,das Grab von Tom Neal ist hier und noch Reste von Zeugnissen der Vergangenheit sind spuerbar.Wir landen mit dem Dingi an,ziehen vorsichtshalber mal Flipflops an,sollen hier doch Massen von Einsiedlerkrebsen rumlaufen und dies in beachtlicher Groesse.Ob wir hier auch die Kokoskrabben finden werden?Man nennt sie auch die Palmendiebe!Wir stehen vor dem Schild des Nationalparks,seit 1978 dazu benannt uebrigens.Eigentlich ist hier alles verboten,klar bringen wir unseren Muell nicht auf die Insel und machen auch kein Feuerchen,aber so mancher braucht vielleicht doch diese strikten Anweisungen.Egal wo wir hinsehen,Fotomotive,Traummotive,kitschiger gehts kaum.An mehreren Palmen haengen verrottete Haengematten,im Sand steckt ein verrosteter grosser Anker,die Palmen wachsen fast waagerecht gen tuerkises Wasser und laden zum Spaziergang nach oben ein.Wir gehen soweit es dieser Dschungel erlaubt und stehen dann vor der Huette der Ranger,komplett offen,die Tuer zum WC steht geoeffnet,der Speiseschrank unverschlossen und es sind noch unappetitliche Reste der Vorsaison darin.Im Vorraum,voll gehaengt mit Flaggen der Welt,ist die Einklarierungsstube,die wir schon von Fotos der Anni-Nad kennen.Eigentlich auch irgendwie schade, dass die Ranger noch nicht da sind,sie haetten uns sicher tolle Dinge von ihrem Paradies zeigen koennen.Die anderen Miniinselchen hier,die Niststaetten der heimischen Voegel zB oder wo es die Kokoskrabbe gibt,die man wohl auch essen kann.Wir verbringen dennoch auch so unvergessliche Tage hier,wann wird man das je mal wieder haben,unbewohnt und absolut abseits der Tourismusrouten.Wir wollen heute mal mit Christine und Ronald bei Niedrigwasser ueber das Riff zur Nachbarinsel laufen,das wird bestimmt spannend!

m_P5141240.jpg

Ankunft Suwarrow 14. Mai 16 Uhr

15. Mai 2014 Gesamtmeilen 16792 Unser letztes Etmal war 149 Meilen ,Strecke Bora Bora 696 Meilen.Wir sind aber schon gestern um 15 Uhr in der Passeinfahrt gewesen,mit einer entgegenkommenden Stroemung von 4 Knoten und lagen um 16 am Anker und wurden von der Gipys4 als einziges Schiff hier freudig begruesst.So haben wir 5 Tage und 7 Stunden auf See verbracht und dies wird sicherlich in die Kategorie,unser anstrengenster Toern,verbucht.Der Wind war sehr bestaendig um die 20 Knoten aus O,also fuer diesen Kurs genau achterlich und hat uns diese guten Etmale beschert.Doch absolut nervig sind diese ewigen Squalls,die absolute Aufmerksamkeit erfordern.Der netteste hatte eine Ausdehnung von 18 Meilen und Windgeschwindigkeit von 35 Knoten innert.Dazu schuettet es dann reichlich und nur einer wacht draussen einsam und allein,in unserem Fall ist das der Chefcapitano,den ich leider oft aus seiner Freiwache holen musste,sorry mein Schatz!Aber diese Verantwortung moechte ich nicht alleine uebernehmen !Frischen Fisch gab es leider nicht an Bord,uns scheint es wirklich so,als ob der Pazifik leergefischt ist.Und wieder sind wir begeistert,wie unsere Felice segelt und wie sich das Leben unterwegs doch angenehm gestaltet.Im Salon bauen wir den Tisch auf Sitzhoehe um und bauen dort unser Tag und Nachtlager aus Kissen und kuscheligen Decken und fletzen uns.Noch bevor die Dunkelheit einbricht,haben wir gegessen,die Kueche wieder klar und funken ein letztes Mal fuer den Tag mit unseren Freunden.Guts Naechtle wuenschen wir uns und dass wir bald wieder die Sundowner zusammen geniessen koennen.Dennoch ist das Ankommen das Schoenste am Segeln ( fuer Frau Capitano allemal )!Das gestrige Willkommenskommitee bestand aus mindestens 10 Schwarzspitzenhaien,die uns umkreist haben und sehnlichst darauf gewartet haben,dass endlich einer ins Wasser springt.Denn,das muss man wissen,die Ranger,die sonst hier fuer ein paar Monate leben und die Haie fuettern,sind seit November nicht mehr hier gewesen und treten ihren Job wohl erst am 1. Juni an.Sie organisieren viel fuer die Segler,beschuetzen ihren Nationalpark und kassieren aber auch die 50 Dollar Einklarierungsgebuehr,die wir nun wohl nicht berappen muessen.Und ich sach noch zu meinenm Knuffi,da gehst du aber jetzt nicht rein und ,hat mein Einwand irgendwas genuetzt ? Nein!Eben laufen die ersten Schiffe der ARC leider ein und werden ebenso von den Haien begruesst.Die haben sich immerhin schon getraut den dicken Zeh ins Wasser zu stecken,mehr aber auch nicht und jetzt stehen die harten Amijungs an Deck und beratschlagen.Wir beobachten die starken Maenner ( lach,grins ) und feixen!Sicher bleiben wir ein paar Tage hier und erkunden die Inselwelt,bevor es auf die 520 Meilen Distanz nach West Samoa geht!

Next Page »