Archiv August, 2011

Jetzt reicht es mit der Naeherei!!

31.August 2011…und die Naehmaschine kann wieder weggepackt werden. Heute Morgen haben wir noch das “Schwaenzchen” vom Dingikleid mit zwei Miniklampen am Heckspiegel befestigt und nun ist es vor Sonne,Wind und Welle gut geschuetzt. Vorher war das Kleid komplett aus Stoff und es hatte sich gezeigt, dass die Beanspruchung doch sehr hoch ist und der Stoff hatte sich schon einigen Stellen durchgescheuert. Manchmal faehrt man (Mann ;-) ) halt mit Schwung irgendwo gegen oder man erwischt das Dingi grad noch mit einem Hechtsprung, bevor man selbst ins Wasser fallen wuerde. Jetzt ist stabiles Kunstleder als Rand angenaeht und genuegend Klammern, um das Wegfliegen zu verhindern. Naja, so richtig huebsch sieht es nicht aus, da gibt es hier in Spanish Water richtige Profis, die haben wunderschoene Modelle erstellt,aber von der Funktion ist es richtig. In den letzten Wochen wurde auf vielen Schiffen genaeht und gewerkelt und geflucht und bei der Happy hour standen dann die fleissigen Naeher beisammen und gaben sich die letzten Tipps. Besóndere Freude kam immer dann auf, wenn das Kleid bei diesem Wind “mal eben” anprobiert werden musste und die Haelfte der Stoffbahnen im Wasser landen,da konnte man viele neue Schimpfwoerter lernen ;-). Nun ist alles fertig und vergessen, die Sonnensegel koennen nun je nach Bedarf ans Bimini angezippt werden und wenn wir nun wollen, haben wir volle Sonnenabdeckung im Cockpit. Ohne geht es auch nicht, da kriegt man ja `nen Hitzschlag!

 

 

 

 

 

 

Nach getaner Arbeit heute habe ich mich belohnt und bin auf ein Stuendchen zum Hyattstrand gefahren um dort ausgiebig zu schwimmen. Das ist dort einfach nur toll, auf der einen  Seite schliesse ich das Dingi an,geh einen Meter ueber den Steg und lasse mich dann ins Wasser fallen. In der Hotelanlage gibt es auch eine sehr gute Eisdiele, fast wie am Jan Thiel Strand und eine Pizzeria, die bis abends um 11 Uhr geoeffnet hat. Das werden wir mal dort testen ( Eis wurde schon getestet!) und dann sicher mit unseren Gaesten wiederholen. Wollten wir als normaler Tourist in diese Anlage, muessten wir fuer 50 Dollar einen Tagespass kaufen, so landen wir einfach mit unserem Gummiboot an und geniessen das Hotel voellig kostenfrei. Cool . So,nun machen wir uns fertig, heute bleibt unsere Kueche kalt, denn wir gehen auf die Anni-Nad und werden bekocht..hm…:-) Tschuess und bis bald :-)

Alles ok in Spanish Water…

28.August 2011  …trotzdem war das wettertechnisch eine merkwuerdige Woche! Nachdem wir uns alle von dem Gewitter am Montag erholt hatten und viel Gespraechsstoff fuer die Happy hour am Dienstag hatten, braute sich ploetzlich am Mittwoch Abend wieder etwas zusammen. Von einer Minute auf die andere hatte jemand am Schalter gedreht und die Windmaschine angeschaltet. Gerade wollten wir mal einen Film auf dem Laptop sehen, nix da! Schnell wieder aus, ab in den Backofen und raus ins Cockpit. Die Schiffe tanzten alle weg von ihren urspruenglichen Positionen und wir mussten Fender ausbringen, um das eigentlich hinter uns liegende Boot als Nachbar abzuwehren. Schnell gaben wir noch 10 Meter Ankerkette dazu, um uns wieder von ihm entfernen zu koennen und so lag das andere Schiff nun vor uns.Lagen wir tags noch mit dem Bug gen Tafelberg,hatten wir nun alle eine Drehung von 180 Grad gemacht und lagen nun mit dem Bug Richtung Fischermans Harbour. Man blickt gar nicht mehr richtig durch,die Schiffe spielen ” Baeumchen wechsel dich “. Zum Glueck war der Spuk nach einer Stunde vorbei und das Gewitter ist an uns vorbei gezogen und hat eben nur die heftigen Boeen gebracht. Am naechsten Morgen hatten wir genau dieses Schiff wieder an unserer Seite und so haben wir den Anker aufgeholt, um etwas entfernter neu zu ankern. Das liegt vor allem daran, dass jeder eine andere Laenge von Ankerkette gesteckt hat; wir hatten etwa 30 Meter auf 6 Meter Grund und unser Nachbar etwa 45 Meter. Bei der normalen Windsituation alles ok, doch bei solch einer Drehung ist es ja logisch, dass man sich in die Quere kommt. Ansonsten war das eine arbeitsreiche Woche! Die neu erworbenen Stoffe habe ich nun als Sonnensegel genaeht und mit Reissverschluessen versehen, so kann man die bei Bedarf schnell an das Bimini zippen. Heute frueh sind wir wieder von Wind und Regen und Grummeln geweckt geworden, ob das immer noch mit Irene zu tun hat? Wir lesen taeglich die Kurznachrichten und sind entsetzt, wie sich dieser tropischer Sturm entwickelt hat. Gut dass wir hier auf Curacao sind!! Bei uns ist alles ok und wir machen heute einen faulen Tag ;-)…morgen gehts weiter mit Naehen und ….

Das Netz ist wieder da!!

25.August 2011 Gerade kam ueber Funk die Mitteilung,dass die Schaeden an der Antenne beseitigt sind und wir sind nun wieder online.Gestern hatten wir die Moeglichkeit mit Birgit und Reiner einkaufen zu fahren und so wissen wir nun,wo die groessten Supermaerkte sind,wo es guenstig Segelstoffe gibt,wo es Computerlaeden gibt und…und…und! Hier auf der Insel gibt es wirklich alles,kein Wunder dass man hier festwaechst ;-).Wir haben uns noch Stoff gekauft,um Sonnensegel zu naehen und haben uns Schaumstoff besorgt,um unsere Sitze aufzupolstern.Die sind doch echt durchgesessen,das MUSS auf dem Atlantik passiert sein, denn soviel sitzen wir doch auch nicht hier rum,oder doch?? Also mein Sitz war eigentlich noch recht passabel :-) !!! Heute wird also wieder genaeht, macht richtig Spass bei den Temperaturen und Knuff und Reiner tauchen unter der Elsa und versuchen das Ruder mit den besorgten Ersatzteilen wieder zusammen zu basteln. Hoffen wir dass das klappt, denn in den naechsten Tagen gibt es wieder ordentlich Wind und ohne Ruder ist so ein Schiff nicht manoevrierfaehig.

Einkaufen macht hungrig,hier gibt es einen neuen Hering aus Holland

Einkaufen macht hungrig,hier gibt es einen neuen Hering aus Holland

...und fuer Birgit auch

...und fuer Birgit auch

So, ich muss weiter naehen, wir sind ja schliesslich nicht zum Vergnuegen hier ;-) !In der Bildergalerie sind ein paar Gewitterfotos fuer euch!!

Erst Windstill und fast unertraeglich heiss…

24.August 2011 …und dann verfinsterte sich der Himmel am fruehen Montag Abend und es folgte ein Gewitter,was wir so noch nicht erlebt hatten.Zuvor war es am Samstag und Sonntag windstill und das Wasser in Spanish Water glich einem Ententeich.Ungewoehnlich,wo wir sonst auf dem Rueckweg eigentlich immer gegen Wind und Welle kaempfen muessen.Die Schiffe drehten sich auf dem Ankerplatz in die lustigsten Positionen und manchmal kamen sich die Boote auch bedrohlich nahe.Den Ursprung hat der jetzige Hurrikan Irene,der sich nun Richtung Ostkueste von Nordamerika bewegt und gestern schon die Stufe 2 auf der Hurrikanscala erreicht hat.Anfangs war im Wetterbericht von einem tropischen Sturm die Rede,mit Windgeschwindigkeiten bis 50 Knoten und dieser Sturm saugt alle Luft auf und so hatten wir hier die gespenstische Windstille.Nun bewegt er sich,wie schon erwaehnt,Richtung Ostkueste und hat an Kraft zugenommen,sodass der tropische Sturm sich zu einem Hurrikan entwickelt hat und dann bekommt er auch einen Namen.Am Montag Nachmittag war ich kurz noch mit dem Dingi unterwegs,Muell wegbringen,noch einen kurzen Schnack auf der Lisbeth 2 halten und zurueck an Bord,da sag ich noch zu meinem Knuffi,es riecht nach Gewitter,aber,ach was,hier doch nicht.Wir sehen oft Wetterleuchten ueber dem Festland von Venezuela,aber bis hierher hat sich noch kein Gewitter getraut.Der Sonnenuntergang sah noch recht imposant aus und dann wurde es immer dunkler,erstes Grollen war zu hoeren,die ersten Blitze zuckten und der ersehnte Regen setzte ein.Die Schiffe brauchten naemlich dringend mal ne Dusche,seit Wochen setzt sich der feine braune Staub des Tafelberges ueberall ab.Das Gewitter hatte uns nun mittlerweile umzingelt und es krachte und blitzte,einfach unglaublich!Ich als der grosse Held,war dann mal weg…tief unten im Salon verkrochen,aber vorher hab ich schnell noch den Laptop in den Backofen gestopft,dass da bloss nichts dran kommt!Ueber Funk hoerten wir die ersten Hilferufe,zwei Schiffe sind auf Drift gegangen und haben andere Boote gerempelt.Auf der Alkatraz war die Skipperin allein an Bord und rief um Hilfe und nach kurzer Zeit flitze tatsaechlich Peter von der follow two mit dem Dingi runter nach A,um Carina zu helfen,Fender auszubringen,um groessere Schaeden zu vermeiden.Die Elsa hatte ebenfalls Kontakt mit einem kleineren Boot und zum Glueck ist aber auch dort nichts weiter passiert.Uns gegenueber steht ein kleiner Berg,von wo aus die Panoramafotos von Ulli gemacht wurden und dort hat der Blitz eingeschlagen und Knuff und auch andere Segler berichten von einem gigantischen Feuerball ( den ich natuerlich nicht gesehen habe ).Langsam habe ich mich wieder rausgetraut und wir haben zusammen dieses unglaubliche Schauspiel verfolgt.Wir haben bestimmt 350 Fotos geschossen und nur ein paar wenige davon kann man verwerten,ein Gewitter zu fotografieren ist echt schwer.Der Regen prasselte auch unvermindert weiter und so musste zwischendurch das Dingi leergeschoepft werden,das ja abends immer hochgezogen wird und nun maechtig Schraeglage hatte.Da waren mal eben gute 200 l Wasser drin…War das alles aufregend!!Nach dem Gewitter kehrte langsam wieder Ruhe auf dem Ankerfeld ein,erste Lichter gingen aus,noch ein Rundumblick,wie die Schiffspositionen nun sind und dann sind wir auch ab in die Koje.Gestern in der Frueh bei der morgendlichen Funkrunde,erfuhren wir,dass bei niemanden Schaeden sind,Glueck gehabt!Ausser…der Blitz ist in die Hauptantenne an Land vom Internet eingeschlagen und wir haben kein Netz mehr.Angeblich wird Tag und Nacht daran gearbeitet ( nachts auch??),nun,dann hoffen wir mal!Ansonsten ist alles gut an Bord,wir hatten die letzten Tage viel Arbeit.Knuff hat bei der Elsa mit dem Reiner unter Wasser das Ruder ausgebaut,ein anderes Schiff mal eben sauber gemacht ( iiih,schon wieder die fiesen Garnelchen ueberall )ich habe das Dingikleid umgeaendert ( haette ich mir DAS doch bloss nicht angetan ),im Vorschiff haben wir die anderen Kammern auch noch von Wasser befreit usw.Sobald wir wieder Netz haben,gibt es ein paar Bilder,auch von der leckeren Paella am Sonntag Abend bei uns,da hatten wir naemlich Rita und Ulli zu uns eingeladen.Zu den aktuellen Temperaturen noch,die letzten Tage 38 Grad und heute deutlich kuehler..nur 34 Grad ;-).Bis bald wieder im Netz eure Conny und Knuff

Happy hour am Freitag…

…dem 19.August 2011

 

die Crews der Anni-Nad und der Felice

die Crews der Anni-Nad und der Felice

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

Es war man wieder ein richtig netter Abend!

Fuer mehr Fotos von diesem highlight der Woche bitte in der Bildergalerie nachsehen.

Mal eben…

19.August 2011…sollte man  an Bord nicht sagen,denn dann gibt es meistens Arbeit! So geschehen gestern! Ich wollte das Dingikleid ein wenig umaendern,Mueckennetze naehen und noch diverse andere Naeharbeiten erledigen. Also bat ich Knuff, mir die Naehmaschine aus dem Vorschiff unter unseren Betten hervorzuholen…ein ploetzlicher Aufschrei..ach du Sch…..da schwimmt ja alles im Wasser!!! Mein erster Gedanke war, der Wassertank ist geplatzt, aber die Geschmacksprobe hat salziges Wasser ergeben. Also alles ausraeumen, tropfend an Deck befoerdern und trockenlegen. Lecker, der alte Autopilot schwamm da vorne rum und hat sein altes Oel ins Wasser gelassen. Zum Glueck waren die meisten Sachen in Kunststoffboxen eingepackt und haben das unbeschadet ueberlebt.Auch meine Naehmaschine hat ueberlebt,Glueck gehabt!! Dutzende von gelben Gummihandschuhen haben in der Lache gebadet, Filter,Teppichboden usw. Wir hatten auf jeden Fall gut zu tun. Wir hatten locker 150 l Wasser im Vorschiff, die wir Tupperdoeschenweise und dann mittels Eimer rausbefoerdert haben. Nun zur Ursachenforschung: wahrscheinlich ist der fehlende Bugbeschlag schuld, der hatte sich auf Bonaire durch die Mooringleine aufgeboerdelt und wir mussten den entfernen. Uebrig blieb eigentlich nur ein kleines Loch in Wasserlinienhoehe und da ist wohl auf der Fahrt zurueck und hier nach einer Woche spanish water das Wasser eingedrungen. Das haben wir nun provisorisch mit Silikon verschlossen und lassen uns nun den Bugbeschlag neu richten. Heute mussten wir uns noch eine kleine Handpumpe anschaffen, um den Rest des Wassers rauspumpen zu koennen. Waren immerhin auch noch mal 20 l, die da verborgen unter unseren Betten schlummerten. Hatten wir also unbemerkt ein Wasserbett ;-) ! So sieht es im Moment in der Felice nicht so gemuetlich aus, die Sachen trocknen, die Naehmaschine und ich sind ein fleissiges Team und da die Arbeit nicht an einem Tag zu schaffen ist, bleibt es halt alles so stehen und liegen..morgen ist ja auch noch ein Tag! Eigentlich wollte ich noch ein paar Bilder dazu einstellen, aber das Netz ist sooo lahmar…….dann morgen vielleicht !Nun zum Schluss noch ein besonderer Gruss nach Luebbeck : meine juengste Tochter Eva feiert heute ihren 24.Geburtstag. Wir wuenschen dir einen besonders schoenen Tag und senden dir ganz viele Sonnenstrahlen!

Zum Schluss noch ein Foto von Spanish Water, das Ulli von der Anni-Nad von einem Berg gemacht hat,waehrend Rita und ich eine Schwimmpause am Hyatt Strand eingelegt haben.

Wenn ihr genau hinseht, habe ich unsere Felice mit einem Pfeil markiert. So, nun wird weiter gearbeitet und heute Abend gehts als Belohnung zur Happy Hour!

Ein Blick zurueck nach Bonaire

16.August 2011

Wir sind zwar schon einige Tage wieder hier ” zu Hause “, doch hatte ich ja versprochen, noch etwas zu Bonaire zu erzaehlen.

Die Insel Bonaire ist geographisch Teil der Kleinen Antillen. Politisch ist die Insel eine besondere Gemeinde der Niederlande. Sie ist die zweitgrößte der ABC-Inseln (Aruba, Bonaire, Curaçao), die geografisch zu Südamerika gehören. Touristisch attraktiv wird das Taucherparadies Bonaire durch die Unterwasserwelt.

Die Gesamtfläche beträgt 288 km², die Bevölkerungszahl etwa 15.000. Inselhauptstadt ist Kralendijk; die älteste Siedlung ist Rincon.

Der Stern der Flagge Bonaires hat sechs Spitzen, diese Spitzen stehen für die sechs Wohngebiete, die Bonaire früher hatte. Durch das starke Wachstum und die daraus resultierenden Wohngebietsvergrößerungen sind fünf dieser Gebiete zu Kralendijk (Korallendeich) zusammengewachsen.

Sprache und Schrift

Amtssprache ist Niederländisch. Papiamentu ist Umgangssprache (75 % der Bevölkerung), eine Kreolsprache auf portugiesischer Basis mit spanischen, niederländischen und englischen Einflüssen. Auf Bonaire und Curaçao wird eine Rechtschreibung auf phonetischer Grundlage genutzt. Auf Aruba hingegen wird eine etymologische Rechtschreibung genutzt.

Geschichte

Die Caiquetíos, ein Stamm der Arawak waren die ersten Siedler auf Bonaire. Sie gaben der Insel den Namen „Bonay“ (tiefes Land). Erste Europäer landeten 1499 unter Alonso de Ojeda und Amerigo Vespucci auf den ABC-Inseln und nahmen sie für Spanien unter dem Namen „Islas Inútile“ (Nutzlose Inseln) in Besitz, da sie auf den Inseln nichts Verwertbares fanden und die Insel sich nicht für Landwirtschaft eignete. Sie nannten Bonaire auch „Islas de los gigantes“ (Inseln der Riesen), denn die Bewohner waren im Schnitt einen Kopf größer als die Eroberer. Zwischen 1513 und 1515 wurden alle Indianer als Sklaven nach Hispaniola entführt. Bonaire blieb entvölkert und menschenleer zurück.

1526 wurden einige der überlebenden Ureinwohner zurückgebracht, wo sie für die Viehzucht eingesetzt wurden. Sie wurden freigelassen, da sie so weniger kosteten. Das Vieh war von den Spaniern ausgesetzt worden und wurde ab und zu zusammengetrieben und „ausgedünnt“. Hauptsächlich wegen der Häute, in geringerem Umfang wegen des Fleisches, aus dem Pökelfleisch gemacht wurde, mit Hilfe des Salzes aus den natürlichen Salinen auf der Südhälfte der Insel. Unterdessen entstand auch die erste Siedlung Rincón (Winkel).

Salz wurde erst später in großem Maßstab gewonnen, denn noch fehlten Arbeitskräfte. Besiedlung durch Europäer wurde von Spanien nicht gefördert, weil das Land keinen ausreichenden Schutz gegen Piraten bieten konnte.

Die älteste europäische Siedlung auf der Insel heißt „Rincón“ (Winkel) und liegt im kühleren Norden zwischen den Hügeln, damit Piraten sie vom Meer aus nicht erkennen konnten, wo schon Caiquetios lebten. Diese Gemeinschaft bestand hauptsächlich aus Verurteilten und Kriegsgefangenen. Später verlagerte sich der Schwerpunkt weiter nach Süden, aber immer noch in der Nordhälfte und in gebührendem Abstand des gefährlichen Meeres. Das Dorf „Al Interior“ (Im Landesinneren) wurde von Spaniern gegründet, die von niederländischen Piraten auf Bonaire ausgesetzt worden waren. Heute heißt es Antriol.

1633 nahmen die Holländer die Insel erstmals in Besitz. Sie brauchten die ABC-Inseln nicht nur wegen ihrer strategischen Lage, sondern besonders Bonaire auch wegen vorhandener, aber kaum ausgebauter Salinen. Das Salz wurde in Holland nicht nur für die Konservierung von Lebensmitteln (Heringe, Käse) gebraucht, sondern in zunehmendem Maße für die Industrie, besonders für Keramik (Delft) und Glas (Leerdam).

Nachdem Spanien seinen Salzlieferanten Portugal 1580 eingegliedert hatte, bezogen die Holländer ihr Salz zunächst aus Punto de Arraya an der venezolanischen Küste. Nach dem 1621 hier die Spanier durch Bau einer Festung („Fort Kostverloren“) das Geschäft verdorben hatten, besetzten sie die ABC-Inseln. Sie bauten als erstes die Salinen aus. Die Arbeitssklaven wurden aus Afrika importiert. Spanier führten die Plantagenwirtschaft ein und fällten Färbeholz (Brasilholz, haematoxylon brasiletto Karst. Das portugiesische Wort Brasil heißt rot.) und extrem hartes Holz für Holzzahnräder (Windmühlen) Ruderpinnen und medizinische Zwecke (Wayacá, sp.: Guaiacó, guaiacum officinale). Durch den Raubbau wurde es auf Bonaire fast ausgerottet.

Während der Französischen Revolution übernahmen die Engländer Bonaire, aber letztlich wurde es nach der Niederlage Napoleons, im Vertrag von Paris 1816, endgültig den Niederlanden zugesprochen. Das Königreich der Niederlande gab sich 1954 ein neues Statut. Die Karibische Kolonie, darunter Bonaire, wurde als Niederländische Antillen ein autonomes Bundesland. Bonaire bildete innerhalb dieser Struktur ein „eilandgebied“ (Inselgebiet), vergleichbar mit einer Gemeinde.

Nach der Auflösung des Landesverbandes der Niederländischen Antillen am 10. Oktober 2010 wurde die Insel, wie auch Saba und Sint Eustatius, als „bijzondere gemeente“ (besondere Gemeinde) in die Niederlande eingegliedert. Der Bürgermeister wird „gezaghebber“ (Machthaber) genannt, der Gemeinderat „eilandsraad“ (Inselrat).

Am 1. Januar 2011 löste der US-Dollar den Niederländische-Antillen-Gulden als gesetzliches Zahlungsmittel auf der Insel ab.

Wracktauchgang Hilma Hocker

12.August 2011
Die Hilma Hooker ist ein Wrack vor Bonaire. Sie wurde 1951 gebaut und sank 1984.

Geschichte : Die Hilma Hooker war ein Frachtschiff mit 71,8m Länge und 11m Breite. Gebaut wurde sie 1951 in den Niederlanden. Sie wurde am 12. September 1984 um 09:08 Uhr versenkt und dient heute als Tauchziel vor Bonaire, die zu den Niederländische Antillen oder auch ABC-Inseln gehört. Die Hilma Hooker liegt in einer Tiefe von 31,0m auf dem Meeresboden auf.

Vorherige Namen der Hilma Hooker waren Midsland, Mistral, William Express, Anna und Doric Express.

Grund der Versenkung : Als die Hilma Hooker bei einer Überfahrt von Panama nach Venezuela Motorprobleme hatte, aber sämtliche Hilfeangebote Seiten Bonaires abwies, wurde die Zollbehörde stutzig und schleppte das Schiff in den Hafen der Hauptstadt Kralendijk. Dort wurde es näher untersucht. Nach einer detaillierten Inspektion der Frachträume fanden die Ermittler ca. 11 Tonnen Marihuana. Daraufhin wurden der Kapitän sowie die Besatzung verhaftet, das Schiff vorerst eingezogen und die Drogen als Beweismittel gesichert. Da der Rumpf mit der Zeit undicht wurde und das Schiff ohnehin in einem sehr schlechtem Zustand war, sowie eine Reparatur zu teuer gewesen wäre, entschied sich der Eigentümer gegen eine Reparatur, ließ es ausschlachten und letztendlich versenken.Aber so richtig spektakulaer fanden wir das Wrack nicht, da es auf der Seite liegt und ansonsten war auch die Sicht nicht so gut.

Zurueck auf Curacao

11.August 2011 Wir hatten gestern einen richtig schoenen Bilderbuchsegeltag! Bis zur Suedspitze von Curacao angenehmen Halbwindkurs, das laeuft das Schiffchen wie auf Schienen.Dazu scheint die Sonne, wir segeln in Badezeug und haben als Sonnenschutz noch das Bimini draufgelassen. An der Spitze von Curacao setzt dann die Stroemung ein, regelrechtes Kabbelwasser ist dort, wir konnten den Kurs aendern gen Spanish Water und hatten nun raumschoten Wind und Felice lief annaehernd 8 Knoten, das macht Spass!! Etwa eine Meile vor der Einfahrt kommt der Hubschrauber der Coastguard uns entgegen geflogen, kommt tiefer bis auf Sichtweite und antwortet freundlich auf unser Winken. Sind die aber nett, denken wir noch…kurz darauf, nun noch nur eine halbe Meile von der Einfahrt entfernt, kommt das grosse Schlauchboot der Coastguard auf uns zu , dreht bei und geht bei uns laengsseits. Na prima, waren die im Hubschrauber ja doch nicht so nett, sondern nur olle Petzen und hetzen uns die Kumpels auf den Hals. Sie gestikulieren und reden in Papiamento oder kauderwelsch auf uns ein und wollen uns die Einfahrt in Spanish Water verwehren. Ein hin und her und dann kommen zwei von ihnen bei unserer vollen Geschwindigkeit bei uns an Bord geklettert. Haben wir Fender draussen? Nein, natuerlich nicht und die haben einen dicken, schmutzigen, grauen Gummiwulst und schrabben an unserer sauberen Felice lang. Was tun? Meckern? Und dann die dicken Schnuerstiefel, die die anhaben, ausziehen lassen? Besser nicht, offensichtlich koennen die uns mehr aergern, also bitten wir sie “hoeflich und freundlich ” ( grrrrr ) an Bord. Zufaellig, aber unbesehen von uns, waren Rita und Ulli am gegenueberliegenden Strand vom Hyatt und haben das fotografiert.

Einfahrt von Spanish Water,eigentlich ein Grund fuer Augapfelnavigation

Einfahrt von Spanish Water,eigentlich ein Grund fuer Augapfelnavigation

man kann gut hier sehen, wie eng das ist

man kann gut hier sehen, wie eng das ist

 

 

 

 

 

 

 

Schnell habe ich mich fuer die Obrigkeit angezogen und musste mit den Herren in den Salon, waehrend Knuff schnell das Schiff in den Wind gedreht hat ( gut dass wir nun einen funktionierenden Autopiloten haben!!!), die Segel runter gezerrt hat und voller Konzentration alleine durch die Einfahrt musste. Da den Herren ein Feingefuehl voellig abgeht, meinten sie staendig, ihn als Kapitaen, gleichzeitig auch noch befragen zu muessen. Nach laengerer Diskussion bekamen wir “ausnahmsweise ” die Erlaubnis, einzufahren, der normale Weg waere, erst durch nach Willemstaad,dort zum Zoll, dann weiter zur Immigration und zum Hafenmeister und dann gegen Wind, Welle und heftige Stroemung zurueck. ( hat noch NIEMAND hier gemacht ) Darueber waere es Nacht geworden und dann hier durch?? Nein danke, das ist ja wohl reine Schikane. Unsere Felice wurde mittels Filzlaeppchen an zig Stellen auf Drogen und Waffen getestet und diese wurden mit ernster Mine in sterile Handschuhe verpackt. Nach einer halben Stunde war der Spuk vorbei und wir konnten endlich auf unseren ” freigehaltenen ” Stammplatz und den Anker werfen. Mittlerweile war es schon 16 Uhr und die Herren hatten uns sehr nahegelegt, HEUTE noch!! ( Christine?) zum Einklarieren zu fahren..doch Knuffi war es ploetzlich schlecht und ueberhaupt..morgen ist auch noch ein Tag!! Das haben wir nun heute erledigt und nun haben wir eine Aufenthaltsgenehmigung fuer 15 Wochen ???  ( Fruehstueck gab es heute um 13 Uhr 30 )Man hat hier schwer das Gefuehl, dass die nicht so richtig Bescheid wissen. Egal, der Aerger ist nun verdaut, die grauen Striemen an unserem Boot kriegen wir bestimmt wieder ab ( grummel!!), dafuer ist die Freude gross, alle sind noch da und so wurden wir direkt gestern Abend auf ein Begruessungsglaeschen zur Anni-Nad eingeladen. Und die letzte Nacht haben wir sooooooo gut geschlafen, keine Musik, keine Muecken, herrlich!

die Coastguard im Schlepptau

die Coastguard im Schlepptau

 

wie Kletten...

wie Kletten...

Bonaire ade!

10.August 2011 Wir segeln zurueck nach Curacao und verlassen Bonaire. Es war sehr schoen hier, vor allem das kristallklare Wasser um uns herum war die Fahrt schon wert. Wir haben 4 Tauchgaenge machen koennen, gestern haben wir sogar selbstaendig das Wrack der Hilma Hocker gefunden. Meinen Ohren geht es wieder gut, so konnten wir bis knapp 20 Meter runter und uns dort alles in Ruhe ansehen. Das Beeindruckenste fand ich allerdings, war , dass wir einen Adlerrochen gesehen haben und wir konnten ihn eine Zeit lang beobachten.

Der hat ja ein richtiges Gesicht!! Die koennen bis 4,5 Meter lang werden und bis zu 350 kg schwer. Die haben einen peitschartigen Schwanzstiel und haeufig sitzt dort am Schwanz ein Giftstachel. Die sind lebendgebaerend und die Jungen kommen mit dem Schwanz zuerst auf die Welt…Nun aber wollen wir los, das Schiff muss noch klar gemacht werden, wir wollen noch tanken fahren und..und..und. Die Berichte zu der Bildergalerie ( ist noch nicht ganz vollstaendig,der Wracktauchgang fehlt noch )folgen noch, da hatte ich noch keine Zeit zu. Aber ihr koennt ja wenigstens schon Fotos gucken. Wir hoffen, wir haben euch ueber die ” Saure Gurken Zeit ” ein wenig hinueber geholfen :-) , denn auf Curacao passiert ja sooo viel nicht. Erst wenn wir wieder Gaeste haben!!Sonst alles prima an Bord, die Sonne scheint, noch ist wenig Wind, aber das wird noch!…Eine Frage noch nach Wuppertal: wo steckt eigentlich der Wuppi?? Und ja, ich werde auch wieder versuchen, alle Emails zu beantworten, oft nimmt das Bearbeiten der Homepage so viel Zeit in Anspruch und es ist hier unten im Salon sehr heiss, dass ich dann froh bin, wenn ich mit Schreiben fertig bin!

Next Page »